Totalausfall von Europas Navigationssystem Galileo

Das europäische Navigationssystem Galileo ist ausgefallen. Eine italienische Bodenstation für Satelliten-Systemzeit ist schuld.

Das globale Navigationssatelliten-System der Europäischen Union, Galileo, ist derzeit von einem Totalausfall betroffen. Bereits am letzten Donnerstag meldete die zuständige European GNSS („global navigation satellite system") Agency (GSA), dass es zu Störungen kommen könne, von denen alle Satelliten betroffen seien.

In einer weiteren Mitteilung am Wochenende meldete die GSA, der Service stehe nicht mehr zur Verfügung und die Satellitensignale seien bis auf weiteres nicht nutzbar. Der Status fast aller Systeme ist derzeit laut GSA-Homepage"unbenutzbar". Auch auf Twitter gibt es Beschwerden von Nutzern über den Ausfall des Dienstes.

Systemzeit ausgefallen

Die Website Inside GNSS will aus nicht näher genannten Quellen innerhalb der GSA erfahren haben, dass die Behörde sowie die beteiligten Unternehmen derzeit daran arbeiteten, das Galileo-System wiederherzustellen. Demnach soll das Problem von einer Bodenstation in Italien ausgehen – der „Precise Timing Facility" –, die für die Übermittlung der Galileo-Systemzeit an die Satelliten zuständig ist.

Kurz vor Vollendung

Das Satellitennavigationssystem der EU sollte eigentlich schon 2008 in Betrieb gehen, steht nun aber mit 10 Jahren Verspätung wohl tatsächlich kurz vor der Vollendung. Die letzten vier der insgesamt 30 Satelliten sollen Ende 2020 ins All starten. Die Kosten sind von ursprünglich 2,9 Milliarden Euro auf mittlerweile bis 2020 veranschlagte 7,2 Milliarden Euro angestiegen.

(red)

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