Sonntagvormittag wurde am Innufer in Kufstein in Tirol eine Frauenleiche entdeckt. Am Montag stand fest, dass es sich um die 20-jährige Lucile K., eine Studentin aus Frankeich handelt. Sie wurde brutal umgebracht. Jetzt vermutet die Polizei, dass es auch ein Serienraub mit tödlichem Ausgang gewesen sein könnte. Am Dienstag suchten Taucher, ein Hubschrauber und 23 Polizeischüler nach Handtasche, Geldbörse und Handy der Toten.
Sonntagvormittag wurde am Innufer in Kufstein in Tirol eine Frauenleiche entdeckt. Am Montag stand fest, dass es sich um die 20-jährige Lucile K., eine Studentin aus Frankeich handelt. Sie wurde brutal umgebracht. Jetzt vermutet die Polizei, dass es ein Serienraub mit tödlichem Ausgang gewesen sein könnte. Am Dienstag suchten Taucher, ein Hubschrauber und 23 Polizeischüler nach Handtasche, Geldbörse und Handy der Toten.
Lucile wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Die Obduktion habe ergeben, dass die 20-Jährige durch mehrere "massive" Schläge auf den Kopf getötet wurde, teilte LKA-Chef Walter Pupp am Montag in Innsbruck mit. Die Polizei schließt ein Sexualverbrechen aus.
Beging Serienräuber diesmal einen Mord?
Vielmehr scheint sich heraus zu stellen, dass es sich um die Tat eines Serienräubers handeln könnte, die diesmal tödlich ausging. Denn Gegenstand der Ermittlungen ist auch ein weiterer Fall. Kurz vor Weihnachten wurde eine 18-jährige Tirolerin von zwei Unbekannten in Kufstein brutal niedergeschlagen und beraubt. Die beiden Männer hatten sich von hinten genähert. Einer versetzte der Frau einen Faustschlag ins Gesicht. Als sie am Boden lag, nahmen sie Bargeld aus ihrer Hosentasche und machten sich aus dem Staub. Ein Zusammenhang mit dem Mord an der Französin wird nicht ausgeschlossen.
Noch hat die Polizei keine Hinweise auf den oder die Täter. "Wir wissen nicht, ob sie der Täter begleitet hat oder ob sie zufällig auf ihn getroffen ist", sagte Pupp. Fakt ist, dass Luciles Handtasche fehlt - war es ein Raub, hatten es der oder die Täter darauf abgesehen. Auch das iPhone4 der hübschen Austauschstudentin in einer pinken Hülle ist noch nicht gefunden worden.
Suche mit Tauchern ohne Erfolg
Taucher der Cobra haben am Dienstag den Inn im Bereich der Fundstelle der Leiche abgesucht. "Sie haben aber nichts Relevantes gefunden", teilte Pupp mit. Die Ermittler hatten sich erhofft, eventuell die Tatwaffe oder die persönlichen Gegenstände der Studentin zu finden.
Damit bleiben die Tasche und das Handy seit der Tat verschwunden. Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass der Tatort "mit hoher Wahrscheinlichkeit" mit dem Fundort übereinstimme beziehungsweise in unmittelbarer Nähe liege, erklärte Pupp. Die Leiche der Frau war am Ufer des Inns im Stadtgebiet gefunden worden. Der Angriff dürfte aber auf der oberhalb verlaufenden Promenade verübt worden sein.
Laut Pupp deute vieles auf einen "Raub mit Tötungshandlung" hin, obwohl die "massive Gewalteinwirkung" ungewöhnlich sei. "Aber auch eine überbordende Gewalteinwirkung schließt einen Raub nicht aus", erklärte der Kriminalist: "Das Motiv werden wir aber erst sicher wissen, wenn wir den Täter haben". Bei der Handtasche handelt es sich um eine 50 mal 30 Zentimeter große Tasche aus bunten weichen Lederstreifen mit Reißverschluss und Tragegriffen.
Mit hartem Gegenstand erschlagen
Die Tatwaffe dürfte ein harter Gegenstand gewesen sein, sagte Pupp: "Worum es sich genau gehandelt haben könnte, wissen wir nicht". Bei dem Verbrechen habe es sich jedenfalls um "stumpfe Gewalt" gehandelt. Die "sehr heftigen" Schläge führten zum Tod der jungen Frau.
Telefongespräch brach plötzlich ab
Dem Ermittlungsstand zufolge wurde die Tat gegen Mitternacht in der Nähe des Fundorts verübt. Denn zum einen sei gesichert, dass die 20-Jährige kurz davor mit einer Freundin telefoniert hatte und ankündigte, sie in deren Wohnung zu besuchen. "Das Gespräch riss dann aber plötzlich um 23.45 Uhr ab", schilderte Pupp. Die Freundin habe noch versucht, die Studentin zurückzurufen, konnte aber keinen Kontakt mehr herstellen. Womöglich ist die Frau auf dem Weg zu ihrer Freundin ihrem Mörder in die Arme gelaufen.
Polizei bittet um Hinweise
Die 20-Jährige stammt aus der Gegend um Lyon und war im Zuge eines studentischen Austauschprogramms seit vier Monaten in Kufstein, sagte Pupp. Sie habe in einer Wohnung in der Münchnerstraße gewohnt. Bekannte der jungen Frau hatten Sonntagfrüh eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Polizisten entdeckten die Leiche schließlich um 10.50 Uhr am Innufer im Kufsteiner Stadtgebiet.
"Bekannte und Studienkollegen haben die junge Frau in der Früh als vermisst gemeldet, weil sie in der Nacht nicht nach Hause gekommen ist", sagte Pupp. Im Zuge der Spurensicherung bat die Polizei auch weiter um Hinweise aus der Bevölkerung, um die Tat aufklären zu können.