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Tote und Verletzte bei Unruhen im Iran

Heute Redaktion
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Bild: EPA

Die Unruhen im Zusammenhang mit dem Währungsverfall im Iran sind offenbar massiver und gewalttätiger verlaufen, als zunächst angenommen. Mehrere von einander unabhängige Augenzeugen berichteten am Mittwoch, dass es Tote und dutzende Verletzte bei den gewaltsamen Protesten in der iranischen Hauptstadt Teheran gegeben habe.

"Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Autos gebrannt, Steine geflogen und Menschen geschlagen worden sind. Es ist alles sehr schnell gegangen. Erinnerungen an die Zeit der Massenproteste nach den Präsidentschaftswahlen 2009 werden wieder wach. Am späteren Nachmittag wurden blutüberströmte Menschen weggetragen und ich bin mir sicher, dass die Regierung alles abstreiten wird", berichtete ein junger Student.

Vor allem betroffen war der Stadtteil um den großen Bazar von Teheran. Auf mehreren Youtube-Videos ist zu sehen, wie Menschenmassen sich um den Bazar scharen und rufen "Traut Euch und schließt, wenn ihr Anstand habt". Laut Beobachtern ist dies als Aufforderung an die so genannten Bazaris (Handelstreibende) zu verstehen, sich gegen die Regierung zu stellen und den Handel zum Erliegen zu bringen.

Ahmadinejad bekommt Volkszorn zu spüren

Vor allem einer steht im Fokus der Kritik: der umstrittene Präsident Mahmoud Ahmadinejad. Er musste sich nicht nur vom Parlament und vom Obersten Geistlichen Führer Ali Khamenei einen Rüffel wegen seiner "katastrophalen Wirtschaftspolitk" abholen, sondern bekommt auch den vollen Zorn der Bürger zu spüren. Viele Iraner riefen "Nieder mit dem Regime" und "Allah o Akbar".

Einer der verantwortlichen Bazaris bestätigte, dass dies erst der Beginn einer großen Protestwelle sein könnte. "Den Menschen reicht es. Sie wollen und können nicht mehr und es beginnt ihnen auch egal zu sein, ob sie verhaftet werden, wenn sie protestieren", klagte er.

Die staatlichen iranischen Medien erwähnten zwar, dass die nationale Währung Rial sich seit Wochen auf einer Talfahrt befinde, doch verschwiegen sie das Ausmaß der Massenproteste. Auch Khamenei sprach bei einer Rede lediglich "von ein paar Demonstranten" in der Gegend des Bazar und machte die illegalen Geldwechsler und die "ungerechtfertigten westlichen Sanktionen" für die aktuelle Lage im Iran verantwortlich. Aber der Iran werde sich durch äußeren Druck nie in die Enge treiben lassen.