Kein Einzelfall: Beerdigung ohne Wissen der Familie

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Verstorbene, die ohne das Wissen ihrer Familie eingegraben werden? Laut Volksanwältin Gertrude Brinek "kein Einzelfall".
Ein tragischer Fall in Graz ist für die Volksanwaltschaft Anlass, eine Gesetzesänderung zu fordern.

Dort wurde ein Mann von den Behörden mit einem sogenannten "Armen- oder Sozialbegräbnis" bestattet, obwohl er nahe Verwandte hatte. Diese wussten nichts von seinem Tod.

Schwester und Neffe des Mannes erfuhren erst Wochen nach seinem Ableben im Zuge des Verlassenschaftsverfahren, dass ihr Onkel tot und bereits begraben ist.

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Grundlage in solchen Fällen sind die Bestattungsgesetze des jeweiligen Bundeslandes. Wenn nach dem Tod nicht binnen einer bestimmten Frist (in Wien fünf, in der Steiermark sieben Tage) eine Bestattung veranlasst wird, übernimmt das die Behörde.

Aber: "Wie soll ich ein Begräbnis veranlassen, wenn ich vom Ableben meines Verwandten nichts weiß?", fragt sich Volksanwältin Gertrude Brinek.

Die Volksanwaltschaft kritisiert, dass in solchen Fällen nicht einmal versucht wird, Angehörige ausfindig zu machen. Weil das derzeit im Gesetz nicht vorgesehen ist.

Eine Datenabfrage zur Feststellung nächster Angehöriger im Personenstandsregister könnte das Problem lösen. Hier müsse es rasch zu einer Gesetzesänderung kommen, Behörden sollen verpflichtet werden, Angehörige auszuforschen.

"Fassungslose nächste Angehörige sollen nicht erst Wochen später vom Armenbegräbnis ihrer Verwandten erfahren müssen!", fordert Brinek. (red)

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