Toter Bauarbeiter kostet Chef 1.200 Euro Strafe

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Nachdem ein ungesicherter Bauarbeiter (33) kurz vor Ende des Arbeitstages vom Dach fiel und starb, wurde am Dienstag sein Chef vom Gericht verurteilt.

Sechs Monate bedingte Haft und eine Geldstrafe von 1.200 Euro fasst der 52-jährige Inhaber einer kleinen Baufirma aus, weil er einen seiner Arbeiter kurz vor Ende des Arbeitstages ungesichert auf ein Flachdach schickte. Dort sollte er in der Mitte die Nieten für Z-Profile zählen.

Noch immer ist ungeklärt, wie und warum es zum Absturz kam. Der 33-Jährige stürzte fünf Meter in die Tiefe und schlug am Schotterboden auf. Schwerverletzt kam er in das Landeskrankenhaus Graz, doch aus dem Koma erwachte der Ungar nicht mehr.

Schuldig? "Jein."

"Haben Sie gewusst, dass für alle Arbeiten eine persönliche Sicherung nötig gewesen wäre?", wurde der Chef gefragt. "Ja, war mein Fehler". Das Flachdach sei allerdings 500 Quadratmeter groß gewesen und die Arbeiten waren immerhin in der Mitte durchzuführen. Die Frage, ob er sich schuldig fühle, beantwortete er deswegen mit "Jein".

Neben dem abgestürzten Bauarbeiter wurde eine Zigarette gefunden. Die Vermutung lautet deswegen, dass dieser zu einer anderen Gruppe an der Fassade gehen wollte, um nach Feuer zu fragen. Dabei könnte er auf der regennassen Plastikfolie ausgerutscht sein.

Die Sicherungen habe man nicht verwendet, weil "der Gurt stört schon sehr". Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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