Totes Baby: Familie wurde von Jugendwohlfahrt betreut

Bild: Wikipedia/ Fuchs

Der Tod eines zwei Monate alten Babys hat die Ärzte in Klagenfurt erschüttert. Sie stellten Spuren von Misshandlung fest, unter dringendem Tatverdacht steht der Vater des Kindes. Der 23-jährige Kärntner wurde am Dienstag festgenommen. Tragisch: Die Familie war aufgrund eines weiteren Kindes der Mutter seit einem Jahr in Betreuung der Jugendwohlfahrt.

Das Mädchen wurde am Donnerstag von der Rettung ins Spital gebracht, wie "orf.at" berichtet. Bereits während der Fahrt musste das Kind wiederbelebt werden, schließlich starb es an seinen schweren Verletzungen. "Es besteht der Verdacht auf eine schwere Misshandlung des Säuglings mit Todesfolge", teilte Staatsanwältin Antoinette Tröster mit.

Am Dienstag klickten für den 23-jährigen Vater die Handschellen. Als Gründe für die U-Haft nannte der Richter Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr. Es wird wegen des Quälens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen mit Todesfolge ermittelt. Darauf steht laut Paragraf 92 Strafgesetzbuch eine Freiheitsstraße zwischen einem und zehn Jahren.

Ärzte erstatten Anzeige

Die Ärzte erstatten bereits kurz nach dem Vorfall aufgrund des schrecklichen Verdachts Anzeige. "Auf den ersten Blick sieht es nach einem Schütteltrauma aus" sagte Staatsanwältin Sandra Agnoli.

Gegen die Mutter bestehe derzeit kein Verdacht. Allerdings war die Familie seit einem Jahr in Betreuung der Jugendwohlfahrt, wie Leiterin Christine Gaschler-Andreasch laut "Kurier" (Online-Ausgabe) bestätigte. Es ging dabei um ein sechsjähriges Kind der Mutter, bei dem es Schwierigkeiten gab.

Weiterer Fall von Schütteltrauma

In den letzten beiden Jahren gab es allein am Klinikum Klagenfurt sechs schwere Misshandlungsfälle. Drei Säuglinge haben massive Folgeschäden davongetragen und bleiben ihr Leben lang Pflegefälle.

Erst vor wenigen Wochen stand ein Paar wegen Körperverletzung an seiner kleinen Tochter in Klagenfurt vor Gericht. Anfang 2014 war das damals drei Monate alte Kind mit einem Schädel-Hirn-Trauma, Blutungen und weiteren Knochenbrüchen ins Klinikum gebracht worden. Das Mädchen überlebte, ist seither aber behindert. Die Eltern wiesen bei Gericht die Misshandlungsvorwürfe zurück, der Prozess läuft noch.

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