Es sollte ein wahrer Meilenstein sein, der vergangenen Sommer im Salzburger Landtag beschlossen wurde. Touristen sollen künftig bei ihrer Übernachtung eine Mobilitätsabgabe zahlen, dafür sämtliche Öffis im Bundesland kostenlos benutzen dürfen und hoffentlich ihre Autos stehen lassen. Die Erlöse daraus sollen wiederum in den Ausbau der Infrastruktur fließen und so der Bevölkerung zugutekommen – "Heute" berichtete.
Nun steht die Einführung kurz bevor, in weniger als drei Monaten, am 1. Mai, ist es so weit. Gäste zahlen 50 Cent pro Nacht mehr, bekommen dafür per E-Mail ein digitales Öffi-Ticket. Wer den Check-in vorab online erledigt, kann also auch schon kostenlos anreisen und so zwei volle Tage für nur insgesamt 50 Cent öffentlich unterwegs sein.
Vor allem Inlands-Touristen sauer aufstoßen dürfte der Umstand, dass die Mobilitätsabgabe für das Gratis-Ticket auch zu bezahlen ist, wenn man bereits ein Klimaticket hat. Sie müssen dann also doppelt zahlen.
Und auch generell ist es für Einheimische unmöglich, derart billig öffentlich unterwegs zu sein. Schon eine reguläre Einzelfahrt in der Stadt Salzburg kostet 2,50 Euro. Billigste Variante für Einheimische wäre das Klimaticket Salzburg, das aktuell 1,08 Euro pro Tag kostet.
In den "Salzburger Nachrichten" äußern Betroffene noch weitere Bedenken. Die Betreiberin einer Frühstückspension in Koppl weist darauf hin, dass etwa die Buslinie 150 schon jetzt derart überfüllt ist, dass im Sommer Fahrgäste oft nicht mehr mitgenommen werden können.
2027 steigt die Abgabe auf 1,10 Euro pro Tag, die Hälfte, also 55 Cent, fließen dann an die jeweiligen örtlichen Tourismusverbände oder die Gemeinde. Orte mit Skiliften profitieren davon also mehr als solche, die vor allem Sommertouristen haben.
Im Pinzgau und Pongau wiederum könne man den Nutzen nicht nachvollziehen, heißt es in den "SN". Die Gäste würden dort fast ausschließlich im Ort bleiben, seitens der Gemeinde bzw. Skilifte gibt es bereits kostenlose Busse zu den Seilbahnen.