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"Tracht Prügel!" Alaba & Real-Stars in Spanien zerlegt

David Alaba und seine Kollegen bekommen nach der Deklassierung in der Heimat ihr Fett weg. Die Spanier gehen mit Real Madrid hart ins Gericht.
Sebastian Klein
18.05.2023, 11:22
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0:4! Manchester City fegte Titelverteidiger Real Madrid am Mittwochabend nach allen Regeln der Kunst vom Feld. Die Citizens besiegten das "Weiße Ballett" auf dem Weg ins zweite Champions-League-Finale der Klubgeschichte nicht nur. Die Engländer deklassierten David Alaba und seine Kollegen.

Der Wiener trat wie schon im Hinspiel als Abwehrchef auf. Anders als beim 1:1 vor einer Woche im Santiago Bernabeu hatte Real den Angreifern so gut wie nichts entgegenzusetzen. City erarbeitete sich Chancen wie am Fließband. Einzig Toptorjäger Erling Haaland konnten die Madrilenen wie im Hinspiel durch doppelte Bewachung der Innenverteidiger - dieses Mal neben Alaba: Eder Militao statt Antonio Rüdiger - einigermaßen in Zaum halten.

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Dafür dribbelten sich Bernardo Silva und Jack Grealish über die Seiten spielend leicht in die Gefahrenzone. Ilkay Gündogan und Kevin De Bruyne führten im Zentrum die Altmeister Toni Kroos und Luka Modric vor. Thibaut Courtois im Kasten der Gäste hatte als einziger der Iberer Halbfinal-Niveau, verhinderte noch Schlimmeres.

Vernichtende Kritik

Die spanischen Medien zerlegen tags darauf den spanischen Rekordmeister. Einige Auszüge:

AS: "Zum Heulen! Die weiße Fahne wird für einige Tage auf Halbmast wehen. Es gibt nichts, das Madrid mehr ärgert, als einen Pokal zu verlieren, den sie als ihr Eigentum betrachten. City hat Madrid in Grund und Boden gespielt. Es besteht kein Zweifel, dass Guardiolas Mannschaft in jeder Hinsicht die beste der Welt ist. Da es niemanden gab, an dem man sich festhalten konnte, lieferte Madrid gegen Guardiolas großartiges City von Anfang bis Ende eine enttäuschende Leistung ab. Man kann nicht jedes Mal gewinnen, aber man kann auch nicht so verlieren."

EL MUNDO: "Im Etihad verabschiedete sich das Real Madrid von Luka Modrić, Karim Benzema und Toni Kroos aus der Champions League. Das Real Madrid von fünf Europapokalsiegen in acht Spielzeiten, das historische Real Madrid, das Real Madrid der Zukunft von Vinicius, Rodrygo, Camavinga und Valverde. Mit einer Explosion, wie sie in der jüngeren Geschichte selten zu sehen war. Es gab kein Wunder, denn Wunder sind Wunder, weil sie nur einmal – oder einmal pro Saison – geschehen."

MARCA:"„Tracht Prügel, die wehtun. City vernichtet den Champion. Keine Spur von Madrid, das an diesem schicksalhaften Abend kaum in Erscheinung trat. Es gab keinen Kampf. Pep Guardiolas Manchester City besiegte den König von Europa mit Stil. Mit Fußball, Intensität, Ordnung und Talent besiegte es eine Mannschaft von Real Madrid, die nicht einmal mithalten konnte. Bei Madrid ging nichts auf – weder Ancelottis Plan noch seine zuverlässigsten Spieler. City war ein Wirbelsturm, der jede Mannschaft weggeblasen hätte, selbst eine mit elf Rüdigers. Ancelotti ging ein Risiko ein, indem er den deutschen Innenverteidiger nicht einsetzte – und man kann nicht sagen, dass das schlecht war. Natürlich auch nicht gut. Aber das spielte keine Rolle."

Das sagen die Experten

Gary Neville (Experte Sky Sports):
…über die Chancen von Manchester City auf den Champions League Titel: „Wenn du auf einer Reise bist, geht es bergauf, dann fällst du hin, du stehst auf, du fällst hin, du stehst wieder auf. 1999 haben wir das Triple gewonnen. Die Jahre davor, '95, '96, '97, '98, waren Jahre des Lernens, des Sammelns von Erfahrungen. Manchester City hatte die vergangenen Jahre durchaus die richtigen Spieler, aber die Mentalität in diesem Wettbewerb und auch die Erfahrung waren nicht auf dem Level der anderen Teams. In diesem Jahr macht Manchester City auf mich den Eindruck, als wären sie gewachsen, als wären sie reifer geworden. Sie sind auch mental stärker und deswegen machen sie das diese Saison.“

…über den Einstieg des Investors aus Abu Dhabi bei Manchester City: „Es war gut für Manchester, vor allem für das eher arme Viertel im Osten. Das hat sich komplett gewandelt. Das Stadion, das Trainingszentrum, Häuser wurden gebaut. Die ganze Umgebung hat sich enorm verbessert. Ich bin hin- und hergerissen. Ich finde es toll, dass Pep Guardiola in unserer Stadt ist, einer der besten Trainer aller Zeiten. Erling Haaland zu sehen, auch Kevin De Bruyne. Die alle wären nicht hier, wenn Abu Dhabi nicht gekommen wäre. Aber die Regeln müssen einfach eingehalten werden.“

…über die aktuelle Champions League Saison: „Ich mag diese Zeit, diese K.O.-Spiele. Das ist die aufregendste Zeit des Jahres. Bayern gegen Manchester City war schon Top-Qualität. Auch die Wiedergeburt des italienischen Fußballs ist sehr wichtig. Wir brauchen ein gewisses Gleichgewicht im Wettbewerb, auch in jedem Land. Wir brauchen nicht ständig nur ein Team, das jedes Jahr immer die Liga gewinnt wie Manchester City gerade.“

Jamie Carragher (Experte Sky Sports):
…über seinen Favoriten auf den Champions League Titel: „Ich denke, ManCity gewinnt die Champions League. Wer dieses Halbfinale gewinnt ist der große Favorit für das Finale in Istanbul.“

…über das finanzielle Gebaren von Manchester City: „Klar wirft das Fragen auf. Sie wurden von der UEFA zur Rechenschaft gezogen, jetzt auch von der Premier League. Jeder ManCity-Fan wird sagen, dass es das wert war, aber sie haben noch immer nicht die Hand an der Champions-League-Trophäe.“

Didi Hamann (Sky Experte):
…über Ilkay Gündogan bei Manchester City: „Was er für ein herausragender Spieler für City ist, ist wirklich beeindruckend. Er ging dahin, war in Deutschland natürlich in Dortmund ein wichtiger Spieler, aber er passt zu 100% in dieses System. Viel Ballbesitz, er ist technisch perfekt. Was mich überrascht bei ihm, was er für Tore macht. Das hat er in Dortmund so nicht gemacht.“

…über Vinicius Junior: „Alle sprechen von Mbappé. Ich glaube nicht, dass er hinter ihm ist. Wenn ich die Wahl hätte, einen von beiden zu nehmen, ich würde wahrscheinlich ihn nehmen. Für mich ist er im Moment der Beste. Was er Woche für Woche abliefert, wie trickreich er ist, das Tempo, alles was er macht hat Hand und Fuß.“

…über die hohen Ausgaben der englischen Fußballclubs: „Irgendwann müssen wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen, weil es natürlich nicht hilfreich ist. Von Chelsea redet jetzt keiner, aber die haben für 600 Millionen eingekauft in den letzten Monaten. Über die lachen wir jetzt, weil sie Zehnter sind in der Premier League und nichts auf die Reihe bekommen. Es werden ja nicht nur die Engländer besser, es werden auch die Deutschen, die Italiener und die Spanier schwächer, weil die besten Spieler gekauft werden. Es will keiner eine Champions League sehen, wo die nächsten fünf Jahre immer drei oder vier Engländer im Halbfinale sind. Ich will auch einmal Benfica, Napoli, Dortmund, Leverkusen oder Sevilla sehen.“

…über die Leistung von Real Madrid: „Sie wurden heute vernichtet. So viele einfache Ballverluste, was man eigentlich von ihnen nicht kennt. Es war natürlich auch dem Druck der Engländer geschuldet. Sie waren in allen Belangen zweiter Sieger. Wenn du ihnen heute nach 60 Minuten angeboten hättest, ihr könnt duschen gehen und nach Hause fahren, dann hätten sie es angenommen. Du hattest nie das Gefühl, dass sie irgendeinen Funken Glauben oder Hoffnung haben, dass noch irgendetwas passieren könnte. City hat im zweiten Gang das Ding zu Ende gespielt und war immer noch hoch überlegen. Das war ein Klassenunterschied. Das habe ich in der Art und Weise, auf diesem Niveau im Halbfinale, wo das erste Spiel so eng war, selten gesehen.“

…über Carlo Ancelotti: „Eine Halbfinalteilnahme ist keine Schande, wenn man sieht, welche Mannschaften schon raus sind. Deshalb würde ich mir wünschen, dass er noch ein Jahr weitermacht. Die Frage ist natürlich, wer kann das machen? Du brauchst keinen Trainer, sondern einen Staatsmann bei Real Madrid.“

…über das Champions League Finale: „Es wird ein anderes Spiel. Da wird Geduld gefragt sein. Es werden die Italiener öfter mal am Boden liegen und sich behandeln lassen. Sie werden alles tun, dass sie sie nicht in diesen Spielfluss kommen lassen. Nach solchen Spielen ist es natürlich schwer zu sehen, dass es einen anderen Sieger geben könnte, aber unterschätzt mir dieses Inter nicht. Sie haben sich in einer guten Gruppe durchgesetzt und verteidigen können sie.“

Marc Janko (Sky Experte):
…über den Investor bei Manchester City: „Es ist in jeder Liga so. Wenn ein großer Investor einsteigt, gibt es viele Leute, die ein Problem damit haben. Im Falle von City oder Paris werden eben offensichtlich keine Regeln eingehalten, die für viele andere gelten. Dass sich hier die UEFA so auf der Nase herumtanzen lässt, hat wahrscheinlich politische Gründe.“

…über die Partie: „Es war ein Spiel auf ein Tor. City hat Real Madrid komplett überrollt. Ich hätte es in der Art und Weise nicht erwartet, dass es so klar enden wird. Sie hatten eigentlich keine Chance.“

…über Manchester City: „Die Mannschaft hat sich noch mehr gefunden. Man hat das Gefühl, zum ersten Mal seit langem steht eine Mannschaft am Feld, wo jeder für den anderen rennt. Sie verteidigen jetzt auch als Block viel besser. Sie haben durch Haaland vorne drin auch neue Optionen bekommen. Es können auch einmal lange Bälle gespielt werden. Davor war es fast verpönt unter Guardiola, wenn du den Ball in die Luft schlägst. Mittlerweile ist das auch möglich. Das gibt einer Mannschaft vorne und hinten Sicherheit und es passt perfekt, wie die Mannschaft zusammengestellt ist.“

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