Tränenreicher Einsatz: Wienerin half an der Grenze

Katarina Kocinska (re.) war vier Tage lang für die Hilfsorganisation "Care" im Einsatz und erlebte eine Achterbahn der Gefühle.
Katarina Kocinska (re.) war vier Tage lang für die Hilfsorganisation "Care" im Einsatz und erlebte eine Achterbahn der Gefühle.Privat
Eine "unglaubliche Hilfsbereitschaft" erlebte die 36-jährige Wienerin Katarina Kocinska bei ihrem Einsatz an der slowakischen Grenze.

"Hilfe und das Gefühl, dass sie nicht alleine sind", antwortet Katarina Kocinska auf die Frage, was die geflüchteten Menschen aus der Ukraine vor Ort derzeit am dringendsten benötigen. Genau das versuchte die Wienerin gemeinsam mit ihren Kollegen an der slowakischen Grenze zu geben. 

"Ich habe nicht lange überlegt"

Nicht unweit von der ukrainisch-slowakischen Grenze wurde die 36-jährige auch geboren. Vor neun Jahren kam sie nach Wien, wo sie heute bei der Organisation "Care" im Marketing tätig ist. Als der Krieg in der Ukraine ausbrach, zögerte die junge Frau keine Minute: "Nachdem ich erfahren habe, wie die Situation dort ist und dass Hilfe dringend gebraucht wird, habe ich nicht lange überlegen müssen, in meine Heimat zu fahren." Kocinska bat Freunde und Kollegen um Unterstützung und organisierte eine Sammelaktion. 

Bis zu 13.000 Geflüchtete täglich

Vier Tage lang war die Wienerin am Grenzübergang Vysne Nemecke und unterstützte dort neben "Care" auch die Partnerorganisation "People in Need" und andere Organisationen. Zu tun gab es immer genug, berichtet sie. Ständig kamen neue Menschen an, die Hilfe benötigten. Aktuell sind es täglich zwischen 12.000 und 13.000 Geflüchtete, die über die Grenzen kommen - die meisten von ihnen am Übergang Vysne Nemecke. "Ich habe die nötigsten Sachen eingekauft, beim Sortieren und Verteilen ausgeholfen, Päckchen mit Essen, Wasser, Süßigkeiten für die Kinder gepackt und Flüchtlinge mit Informationen, wo sie etwa warmes Essen bekommen, versorgt", erzählt Kocinska von ihren Aufgaben. 

Dankbarkeit im Überfluss

Dabei erlebte die 36-jährige traurige, aber auch schöne Momente, wie sie berichtet: "Die herzliche Umarmung eines Mädchens, als sie Überraschungseier bekommen hat. Die Tränen von älteren Menschen, die alles zurücklassen mussten und nur mit einer kleinen Tasche geflüchtet sind. Mütter mir ganz kleinen Babys in den Armen, die trotz allem sehr stark bleiben. Das alles treibt einem Tränen in die Augen." 

Besonders berührte die junge Wienerin auch die unglaubliche Hilfsbereitschaft vor Ort: "Hilfsorganisationen, Freiwillige, Kirche, Polizei, Feuerwehr: Alle helfen, wie sie können und das rund um die Uhr. Die Solidarität ist so groß, die Menschen werden mit offenen Armen an der Grenze aufgenommen", erzählt sie. Und auch wenn die Helfer nichts im Gegenzug erwarten, bekommen sie doch eines im Überfluss: Dankbarkeit. 

So kann man helfen

Dringend benötigt wird aktuell vor allem finanzielle Unterstützung für humanitäre Hilfe. "Care" unterstützt lokale Partnerorganisationen dabei, an den Grenzübergängen warme und sichere Räume für Flüchtende zur Verfügung zu stellen sowie haltbare Lebensmittel, Schlafsäcke, Windeln und andere lebensnotwendige Hilfsgüter in die Ukraine zu schicken. Hier wird jeder Beitrag gebraucht. Gespendet werden kann an: CARE-Spendenkonto / IBAN: AT77 6000 0000 0123 6000 oder online. Wer Sachspenden abgeben möchte, wird gebeten, nicht selbstständig an die Grenze zu fahren, sondern die Sachspenden an eine Organisation oder ein Lager zu geben. So kommt es an der Grenze nicht zu Staus.

Auch Katarina Kocinska wird weiter helfen, auch wenn sie weiß: Dafür wird ein langer Atem nötig sein. Sie hofft vor allem auf eines: "Dass die Hilfsbereitschaft, die momentan enorm groß ist, auch weiter so bleibt."

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