Wirtschaft

Trafikanten erwägen Streikmaßnahmen

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:22

Die Änderung des Tabakmonopolgesetzes wird für Konsumenten wohl keine Auswirkungen in Richtung höherer Zigarettenpreise haben. Hingegen fühlen sich die Trafikanten stark betroffen und blasen zum Kampf. Auch eine Streikdrohung steht im Raum: "Unsere Kampfmaßnahmen können bis zum Streik gehen", kündigte die stellvertretende Obfrau der Trafikanten, Gabriele Karanz, am Montag an.

Die Änderung des Tabakmonopolgesetzes wird für Konsumenten wohl doch keine Auswirkungen in Richtung höherer Zigarettenpreise haben. Hingegen fühlen sich die Trafikanten stark betroffen und blasen zum Kampf. Auch eine Streikdrohung steht im Raum: "Unsere Kampfmaßnahmen können bis zum Streik gehen", kündigte die stellvertretende Obfrau der Trafikanten, Gabriele Karanz, am Montag an.

Die gute Nachricht: Rauchen wird doch nicht teurer. Aber: Die Trafikanten fühlen sich um Geld für den Solidaritätsfonds betrogen: 2013 müssen die Hersteller je 1.000 Stück Zigaretten 50 Cent abführen, 2014 dann 30 Cent und 2015 zehn Cent. Das soll in Summe rund 12 Mio. Euro einspielen. Trafikanten-Obmann Peter Trinkl erwartet, dass die Tabakindustrie die Abgabe nicht an die Raucher weitergibt. Die Belastung betrage für die Hersteller 1 Cent pro Packung.

Der ursprüngliche Änderungsentwurf sah vor, dass Hersteller billiger Zigaretten Geld in den Solidaritätsfonds einzahlen. Diese Variante hätte eine Preiserhöhung zur Folge gehabt, die den Trafikanten eine höhere Spanne gebracht hätte. Trinkl beklagt eine seit Jahren gleichbleibende Handelsspanne von etwa 50 Cent je Packung. "Was jetzt herausgekommen ist, ist eine Pseudo-Hilfe, die zu Trafikantensterben führt." Das Geld aus dem Fonds soll nämlich nur einem Bruchteil der heimischen Trafikanten zu Gute kommen, kritisierte Trinkl.

Etwa 300 Trafiken soll so das Schließen "erleichtert" werden. In Österreich gibt es 2.700 Tabakfachgeschäfte und etwa 4.300 sogenannte verbundene Trafiken, die eine Lizenz haben und auch Tabakwaren anbieten dürfen (wie Tankstellen, Gasthäuser, Lebensmittelgeschäfte usw.). Vor 20 Jahren habe es noch etwa 13.000 bis 14.000 Trafiken gegeben. Mit in Summe 7.000 Verkaufsstellen habe man das untere Limit nun erreicht, so Karanz.

In Österreich werden jährlich etwa 13 Milliarden Stück Zigaretten verkauft, allerdings 17 Milliarden geraucht - zumal nicht alle Zigaretten in Österreich gekauft werden.

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