Trafikanten legen Finanzministerium lahm

Bild: Fotolia/Symbolfoto

Nicht nur, weil Trafikanten mehr als die Hälfte der Tabaksteuererhöhungen aus der eigenen Tasche zahlen müssen, protestieren sie jetzt per E-Mail, Fax und Telefon beim Finanzminister. Auch wollen sie, dass künftig E-Zigaretten und Shishas exklusiv in Trafiken verkauft werden und trotz Warnhinweisen der Markenschriftzug von Zigaretten weiterhin leicht erkennbar ist.

exklusiv in Trafiken verkauft werden und trotz Warnhinweisen der Markenschriftzug von Zigaretten weiterhin leicht erkennbar ist.

Österreichs Trafikanten steigen auf die Barrikaden und haben eine unge­wöhnliche Protestaktion gestartet: Sie sorg­­ten für Telefonterror und überlastete Fax-Geräte und E-Mail-Server im Finanzministerium, um auf ihre angespannte Situation aufmerk­sam zu machen.

Die Proteste haben gleich mehrere Hintergründe. Sollte es notwendig sein, werden weitere Protestmaßnahmen folgen, drohen die Trafikanten.

auch umgesetzt werden.
Aufgrund der immer geringeren Handelsspanne bei Zigaretten fordern die Trafikanten eine Änderung bei den Umsätzen. Der Strukturfonds reiche nicht aus, um das wirtschaftliche Überleben zu sichern, so Peter Trinkl, Obmann des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Heuer im Frühjahr seien die Steuern um 3 Euro pro 1.000 Stück Zigaretten angehoben worden. “Das heißt, der Preis hätte um 30 Cent pro Packung steigen müssen, wurde aber nur um 20 Cent erhöht”, kritisiert der Trafikanten-Sprecher. Einige internationale Zigarettenhersteller setzten ihre Preise sogar um 40 bzw. 30 Cent je Packung nach unten.
Rauchen in der Trafik: "Insbesondere in der Trafik sollen die Kunden aber weiterhin die Möglichkeit haben, das Sortiment zu testen", fordern die Trafikanten.
Die Kennzeichnung der Verpackung von Zigaretten solle im Interesse von Trafikanten und Kunden so erfolgen, dass trotz der neuen kombinierten Warnhinweise der Markenschriftzug weiterhin leicht erkennbar ist. Damit müssten keine Umbaukosten der Trafik in Kauf genommen werden, auch vom gesundheitlichen Aspekt her sehen die Trafikanten dabei keine Hürde.


Über 100 Trafiken mussten schließen

Die derzeit landesweit rund 6.500 Trafikanten fühlen sich in der Zwickmühle – einerseits macht die Industrie in Form von großen internationalen Anbietern wie Marktführer Philip Morris und Japan Tobacco International (ehemals Austria Tabak), bei den Preisen Druck, um Marktanteile in Österreich zu gewinnen oder zu halten; andererseits steigen die Steuern. “Aufgrund der Preisgestaltung der Industrie haben wir 2013 etwa 30 Mio. Euro nicht lukrieren können”, so Trinkl.
Die flächendeckende Versorgung wird den Branchensprechern zufolge sukzessive ausgedünnt. Allein seit vergangenem Jahr mussten weitere 160 Geschäfte schließen. Vor zehn Jahren gab es in Österreich noch etwa 8.000 Trafiken.

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