"War wütend"

Trainerin schlug Blindenhund, weil er vom Boden fraß

Die Ungarin (49) misshandelte Hündin "Maya", hob sie hoch und warf sie zu Boden. "Ich habe überreagiert", rechtfertigte sie sich vor Gericht.

Österreich Heute
Trainerin schlug Blindenhund, weil er vom Boden fraß
Die Blindenhündin fraß immer wieder vom Boden, das missfiel ihrer Trainerin (Symbolbidl).
Getty Images/iStockphoto

Wegen Tierquälerei musste sich nun eine Ungarin (49) vor dem Landesgericht Graz verantworten. Die Tiertrainerin hatte Labrador-Weibchen "Maya" zum Blindenhund ausgebildet und dabei misshandelt. Die Frau schlug die Hündin, hob sie hoch, schleuderte sie zu Boden und drückte sie dann nieder. 

Der Fall flog auf, da die Nachbarin den Vorfall auf Video festgehalten und die Polizei informiert hatte, berichtet die "Kleine Zeitung". Vor Gericht rechtfertigte sich die selbstständige Trainerin für Assistenz-, Blinden- und Therapiehunde: "Ich habe überreagiert. Ich war wütend, weil sie immer wieder Sachen vom Boden frisst. Ich habe schon zwei Monate mit ihr gearbeitet. Es tut mir sehr leid", meinte die Angeklagte.

Ich hatte der Hündin schon viermal erklärt, dass sie es nicht machen darf
angeklagte Trainerin vor Gericht

Daraufhin fragte Richterin Catherine Farmer nach: "Was machen Sie dann, wenn der Hund einen Fehler macht, außer ihn zu schlagen?" In so einem Fall werde der Hund gerufen und mit Leckerlis belohnt. Wenn das nicht funktioniere, werde mit der Schleppleine gearbeitet, so die Trainerin laut "Kleiner Zeitung". "Aber da ist der Hund frei gelaufen. Und ich hatte es ihr schon viermal erklärt, dass sie es nicht machen darf."

"Aber ist es nicht das Allerschlimmste, so einen Hund zu schlagen, weil er dann einen Schaden davontragen und eine Gefahr für den blinden Menschen darstellen könnte?", lässt Farmer nicht locker. "Bei diesem Hund nicht", ist die 49-Jährige überzeugt. Auch der Verteidiger springt für die Ungarin in die Bresche und erklärt, wie wichtig es für Blindenhunde ist, dass sie sich nicht ablenken lassen und schon gar nicht unkontrolliert etwas fressen, sondern voll auf ihre Arbeit fokussiert sind.

Tierquälerei bei Papageien in Klosterneuburg

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    Tierhilfe Klosterneuburg

    Diversion mit 720 Euro

    Da die Trainerin unbescholten ist, und es sich um einen einmaligen Vorfall handelt, wird das Verfahren gegen Zahlung von 720 Euro (plus Prozesskosten) ohne Urteil vorläufig eingestellt. Die Staatsanwaltschaft erhob Einspruch, somit ist nun das Oberlandesgericht am Zug. "Maya" wird im Februar ihre Prüfung ablegen und dann einem sehbehinderten Menschen zur Seite stehen.

    red
    Akt.