Wien

Trans-Bezirksrätin erhielt im Netz Morddrohungen

Als Trans-Frau im Bezirksparlament ist Dominique Mras regelmäßig mit Anfeindungen konfrontiert. Sogar Morddrohungen erhielt sie schon.
Yvonne Mresch
07.04.2022, 17:12

Dass Dominique Mras sich nicht als Mann fühlte, merkte sie schon früh. Nach einem jahrelangen Selbstfindungsprozess und inneren Konflikten entschied sie sich schließlich dazu, zu ihren Gefühlen zu stehen. Heute lebt die 32-jährige als Mann und ist die erste Trans-Frau im Alsergrunder Bezirksparlament. 

"Man braucht eine dicke Haut"

Dass Mras sowohl als Politikerin, aber auch als Trans-Person in der Öffentlichkeit aneckt, ist ihr bewusst: "Natürlich sind marginalisierte Gruppen und Minderheiten hier noch stärker betroffen", sagt die Wienerin, die vor allem auf Social Media sehr aktiv ist. Mit Anfeindungen und Beleidigungen ist sie daher tagtäglich konfrontiert. "Man braucht eine sehr dicke Haut und muss versuchen, das nicht zu nah an sich ranzulassen", gibt sie zu. 

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"Man muss sich abgrenzen, damit man keine Angst bekommt"

Im Umgang mit Hassnachrichten hat sich für Mras im Laufe der Zeit viel verändert. "Anfangs habe ich noch versucht, auf Vorwürfe einzugehen und mich erklären. Ich wollte den Menschen mitteilen, dass es eben keine Hirngespinste sind und dass man ein Mensch ist." Schnell wurde der jungen Politikerin jedoch klar, dass sie damit gegen Wände läuft. "Ich habe schnell gemerkt, dass es vielen gar nicht darum geht, zu diskutieren. Sie wollen nur ihre eigene politische Ideologie verbreiten. Ein richtiger Diskurs findet nicht statt." 

Das ganze Video gibt es hier zu sehen:

Heute überlässt Mras den Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld das Lesen der Kommentare: "Ich frage dann nur, ob etwas massiv strafrechtlich relevantes dabei ist", sagt sie. Und manchmal ist das tatsächlich der Fall. Denn die 32-jährige hat auch schon Morddrohungen erhalten. "Da muss man aufpassen und versuchen sich abzugrenzen, damit man keine Angst bekommt", gesteht sie. 

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