Transference als Psycho-Trip in die Virtuelle Welt

Mit Transference ist Ubisoft ein Clou gelungen. Der Titel bietet einen tollen Genre-Mix samt brisanten thematischen Fragen.
Transference wurde für VR entwickelt, lässt sich aber auch ganz normal auf der PlayStation 4, der Xbox One oder dem PC ohne VR-Headset spielen. Wir legen den Spielern jedenfalls die VR-Variante ans Herz, beeindrucken können aber beide Varianten. Gespielt wird in der Ego-Perspektive, der Titel selbst ist ein Mix aus Film und Spiel, kombiniert dies extrem geschickt.

Dass die Handlung so dermaßen spannend ausgefallen ist, hat man wohl auch jemandem zu verdanken, der die Film-Welt kennt: Elijah Wood. Sein Filmproduktions-Unternehmen SpectreVision hat gemeinsam mit Ubisoft Transference entwickelt und der Story Leben eingehaucht. Die Handlung dreht sich um eine brisante Frage: Was passiert, wenn man sein Bewusstsein in eine virtuelle Welt übertragen könnte?

Der vermeintliche Schlüssel zum ewigen Leben hat allerdings noch Fehler, wie der Spieler entdecken muss. Anfangs zeigt der Forscher Raymond Hayes in einem Video-Tagebuch, wie er seine dreiköpfige Familie "digitalisiert" hat und lädt den Spieler dazu ein, sein neues, ewiges Digital-Leben zu besuchen. Eingestiegen in die perfekte VR-Existenz, zeigen sich schnell Fehler, aber auch psychische Abgründe.

Schauplatz Familienwohnung

Zentraler Schauplatz von Transference ist die digitale Familienwohnung der Familie, in der man die Szenerie aus der Perspektive der drei Mitglieder sehen kann. So wandelt man als Sohn der Familie, als Ehefrau oder als der Forscher selbst durch die Gänge der düsteren Wohnung, um das eigene Leben und das der Familie wieder geradezurücken. Je nach Persepektive nimmt man den Schauplatz unterschiedlich war – mal sind die Wände voll Kinderzeichnungen, mal sind wissenschaftliche Unterlagen überall verstreut.

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CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Transference erschafft die bedrückende Psycho-Stimmung nicht mit billigen Jumpscares, sondern setzt stattdessen auf flackernde Lichter und Dateifragmente sowie aufwühlende Geräusche. Man sollte sich davon aber nicht zu sehr aus der Fassung bringen lassen, denn schließlich muss man die Situation wieder gerade rücken. Das tut man durch das Lösen von Rätseln – etwa das Einsetzen von Türklinken oder die Wahl der richtigen Radiofrequenz auf den verschiedenen Bewusstseinsebenen.

Transference angespielt: Datencrash in VR
Transference angespielt: Datencrash in VR
VR-Version um Welten besser

Schade ist, dass es den Spielern nicht mehr selbst überlassen wird, die Rätsel der Spielwelt zu lösen. So sind zwar die ersten Puzzles und Rätsel anspruchsvoll, nach und nach erkennt man aber, dass die Namen der Fehlermeldungen Hinweise geben und die gesuchten Gegenstände sich deutlich im Spiel von ihrer Umgebung durch einen verpixelten Look abheben. Und: auf der PS4 muss man auch in der VR-Variante den Dualshock-Controller verwenden, hier wäre ein Update auf die Move-Controller fällig.

Mit HTC Vive oder Oculus Rift dürfte sich die Erfahrung mit den Controllern viel immersiver anfühlen. Generell hat die VR-Version des Spiels einen gewaltigen Reiz, der in der Variante ohne VR-Brille verloren geht. Die Non-VR-Version spielt sich zwar ebenfalls interessant, doch nur mit dem Headset am Kopf schaut man sich panisch um, lehnt sich zu interessanten Objekten oder liest kleine Notizen. So versinkt man tatsächlich in der Welt von Transference.

Spannend, aber zu kurz

Je weiter man im Spiel vorankommt und je mehr Notizen, Videos und Objekte man betrachtet, umso mehr bekommt man Einblick, woran es in der angeblich perfekten Familie krankt. Einen großen spielerischen Wurf darf man sich indes nicht erwarten: Transference bietet nicht viel mehr, als durch die Schauplätze zu schreiten und Objekte zu untersuchen. Was etwas langweilig klingt, wurde aber beeindruckend umgesetzt und Darstellung sowie vor allem die Tonkulisse lassen beim Spieler selbst etwas Wahnsinn aufkommen.

Transference
Transference


Das große Manko des Titels ist indes seine Länge – oder besser Kürze. Nach drei Stunden ist man dem virtuellen Escape Room entkommen und hat trotz einiger offenen Fragen am Ende wenig Grund, das Spiel mehrmals durchzuspielen. Transference bildet aber einen interessanten Mix aus Film und Spiel und dürfte trotz Walking-Simulator-Gameplay vor allem Fans von Titeln wie Allison Road, The Park, Layers of Fear oder der "P.T."-Demo gefallen.

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