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Transgender-Debatte: Zweite zur Siegerin erklärt

Mit ihrem Sieg bei den US-College-Meisterschaften löste Transgender-Schwimmerin Lia Thomas Debatten aus. Ein Politiker machte die Zweite zur Siegerin.
Heute Redaktion
26.03.2022, 09:57

In der vergangenen Woche gewann die 22-Jährige den Bewerb bei den College-Meisterschaften in Atlanta über 500 Yards Freistil. Schon vor ihrem Antreten gab es Proteste, wurden eindeutige Plakate auf den Tribünen platziert, seit ihrem Sieg wird jedoch heftig diskutiert. 

Die heute 22-Jährige trat als Studentin der University of Pennsylvania zunächst als Mann bei Schwimmbewerben an, hatte dabei jedoch kaum Erfolg. Im Frühling 2019 startete Thomas daraufhin eine Hormontherapie, schwimmt bei den Frauen mit und gewann nun die College-Meisterschaft.

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Gouverneur erklärt Zweite zur Siegerin

In den Fall schaltete sich nun sogar die Politik ein. Denn Ron DeSantis, Gouverneur des Staates Florida, erklärte am Dienstag kurzerhand die eigentlich Zweitplatzierte Emma Weyant aus Florida zur Siegerin. "Sie hatte die schnellste Zeit aller Frauen im College-Sport", begründete der Republikaner sein ungewöhnliches Vorgehen. 

Allerdings ist dies ein rein symbolischer Akt, denn an der Wertung des Bewerbs ändert sich freilich nichts. Trotzdem warf der Republikaner der für die College-Meisterschaften zuständigen NCAA vor, "den Frauen-Sport zu verstören." Die Integrität der Wettkämpfe werde untergraben. DeSantis gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat für die Wahlen 2024. 

Testosteron-Grenzwerte

Der US-Schwimmverband kündigte derweil an, künftig Testosteron-Grenzwerte für Transgender-Schwimmerinnen festzusetzen. Diese Regelung gilt allerdings erst ab der nächsten Saison. 

Dass der Testosteronwert der "Schlüsselfaktor" sei, betonte auch Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes "World Athletics" gegenüber der "Times". Auf den Fall Thomas angesprochen, meinte Coe: "Die Integrität des Frauen-Sports - und eigentlich auch die Zukunft - sind fragil. Das sind heikle Themen. Gesellschaftliche Themen, die über den Sport hinausgehen." In der Leichtathletik ist bereits jetzt ein niedriger Testosteronwert für zumindest zwölf Monate vorgeschrieben, bevor eine Athletin in Frauen-Wettkämpfen starten darf. Diese Zeitspanne soll noch verlängert werden.

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