Trauer bei "Feiern" von SPÖ, ÖVP, Grüne & BZÖ

Wenig Feierfreude gab es bei den Wahlfeiern von SPÖ, ÖVP, Grüne und BZÖ. Eher machte sich Ernüchterung breit - auch bei Eva Glawischnig, die eigentlich Stimmengewinne für sich verzeichnen konnte.

Im SPÖ-Festzelt vor der Parteizentrale in der Wiener Löwelstraße war am Wahlabend eine Mischung aus Ernüchterung über den historischen Tiefststand bei einer Nationalratswahl und einem erleichterten "Hauptsache Erster" zu spüren. Als SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann nach dem "Zeit im Bild"-Live Einstieg aus dem Parlament zu seinen Anhängern zurückkehrte, brandete Jubel auf.

Der Bundeskanzler verzichtete dabei auf eine längere Ansprache, sondern holte nur ein weiteres Mal zu einer kurzen Danksagung aus und zeigte sich mit seinen SPÖ-Ministern, seinem Mitarbeiterstab und Gattin Martina den Sympathisanten im randvollen Festzelt. Nach wenigen Minuten bahnte er sich dann wieder den Weg durch die Menge zum Ausgang, posierte mit Anhängern für Handy-Fotos, schüttelte unzählige Hände und herzte Kinder. Der Kanzler wolle voraussichtlich "im kleinen Kreis feiern", sagte sein Sprecher.

Für ÖVP kann es "so nicht weitergehen"

Die ÖVP und ihr Parteichef Michael Spindelegger wollten am Sonntagabend "trotzdem feiern", zwar nicht das Wahlergebnis, aber die "Bewegung", die in den vergangenen Wochen in Gang gesetzt worden sei, das erklärte der Kanzlerkandidat auf der Bühne im Partyzelt vor der Parteizentrale in der Lichtenfelsgasse. Dabei bekräftigte er auch, dass er sich "nicht gleich morgen" auf eine Neuauflage der Großen Koalition festlegen wolle - daraufhin brandete tosender Applaus auf.

Spindelegger kam nach seinem Auftritt im Parlament im Festzelt an und betrat zur gleichen Melodie, die für ihn im Wahlkampf gespielt wurde, mit seiner Frau Margit und Sohn Patrick sowie "gelben" Unterstützern die Bühne. Zunächst bedankte sich der Parteiobmann bei den Unterstützern und sprach von einem "Gipfelpunkt" der vergangenen zwei Monate: "Ich wär' am liebsten hier gestanden und hätte gesagt, wir sind die Nummer eins. Das ist sich knapp nicht ausgegangen." In seiner Ansprache hielt er fest, dass die nächste Regierung "so nicht weitergehen kann".

Grüne: "Scheißt's doch auf die Wahl"

Von wenig Euphorie getragen, aber dafür umso lauter haben die Grünen am Sonntagabend ihre Wahlparty im Wiener Museumsquartier begangen. Während sich im Vorraum die Mandatare und Unterstützer drängten und den geringen Zugewinn analysierten, bemühte sich die Band "77 Sunset Strip" in der halbvollen Halle E um Stimmung. So richtig wollte die aber nicht aufkommen, auch wenn sich die Musiker redlich bemühten und von Beginn an Partyhits von Robbie Williams bis Marvin Gaye intonierten.

"Ihr seid's so überhaupt nicht auf Party drauf", beklagte sich Leadsänger Andie Gabauer von der Bühne aus. Sein Tipp: "Scheißt's doch auf die Wahl!" Gegen 22.30 Uhr kam dann Spitzenkandidatin Eva Glawischnig aus dem Parlament zurück, plauderte mit den Gästen und schloss schließlich Ehemann Volker Piesczek in die Arme. Auch sonst wurde viel umarmt und Schulter geklopft unter den Grünen. Am Zug war da schon ein DJ, die Band hatte längst eingepackt.

Tristesse beim BZÖ-"Wahlfest"

Beim BZÖ-Wahlfest herrschte angesichts des laut dem vorläufigen Endergebnis verpassten Wiedereinzugs in den Nationalrat getrübte Stimmung. Nur eine kleine Runde an Unterstützern war in die Cocktailbar "Grande" in der Josefstädter Straße gekommen. Obmann Josef Bucher nahm nicht teil, er war am Sonntagabend bereits am Weg nach Kärnten.

Wahlkampfleiter Markus Fauland erschien zwar, verzichtete aber auf eine Ansprache. Stefan Petzner, der am Wahlsonntag in Kärnten war, machte via Twitter seiner Enttäuschung Luft: "ich habe intern gewarnt. man wollte es nicht hören. ich habe angeboten, den wahlkampfleiter zu machen. man hat es abgelehnt. ergebnis bekannt", twitterte er am Sonntagabend.

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