Zwei Rumänen (64, 61) hatten es in NÖ ausschließlich auf betagte Opfer abgesehen: Mit dem "Wechselschmäh" erleichterten sie einige Rentner um Bargeld.
Mit einer sehr niederträchtigen, aber teils erfolgreichen Masche war ein Rumänen-Duo in Niederösterreich und Wien unterwegs. Der 61-Jährige chauffierte den 64-Jährigen zu lukrativen Plätzen wie Post, Supermärkten oder Apotheken (vor allem in Wien, St. Pölten und im südlichen NÖ). Der Lenker parkte einige Meter vom Tatort entfernt, der ältere Rumäne startete zielstrebig auf seine Opfer zu.
Er reichte den Senioren einen Zettel mit einer erfundenen Wiener Adresse, die sie natürlich nicht kennen konnten. Dann bat der 64-Jährige seine Opfer ihm doch eine Zwei-Euro-Münze zu wechseln, um telefonieren zu können.
Ganze Pension weg
War das Geldbörsel der Rentner geöffnet, hielt der Rumäne den Zettel so, dass das Börsel abgedeckt war und bediente sich. In Reisenberg wechselten so 1.005 Euro (komplette Pension eines alten Mannes) die Besitzer, andere Mal blieb es bei kleineren Geldbeträgen.
Eine Observierungsgruppe des Landeskriminalamtes heftete sich schließlich auf die Fersen des Duos, am 17. Juli wurde das Duo festgenommen. Die Opfer erkannten den 64-Jährigen wieder, den Fahrer, der nie in Erscheinung getreten war, logischerweise nicht.
Beim Prozess in Wr. Neustadt meinte die Richterin: "Gewerblicher Diebstahl an alten Menschen ist ganz schlimm." Der in Belgien, Deutschland und Italien einschlägig vorbestrafte 64-Jährige fasste 18 Monate unbedingte Haft aus. Der Fahrer kam mit 12 Monaten bedingter Haft davon.