Trickdieb stahl 150.000 und bekam 2 Jahre

Bild: Fotolia/Symbolbild

Der 39-jährige Kolumbianer erbeutete innerhalb weniger Monate mit Komplizen 150.000 Euro in Salzburg und Kärnten. Dann klickten beim dritten Coup in Klagenfurt die Handschellen. Am Mittwoch musste er sich vor Gericht verantorten. Der Kadi brummte ihm wegen gewerbsmäßigen schweren Diebstahls im Rahmen einer kriminellen Vereinigung zwei Jahre Haft auf. 18 Monate davon allerdings auf Bewährung.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Kennengelernt hatte der Südamerikaner seine Mittäter in Spanien. Aufgrund seiner tristen finanziellen Lage - unter anderem wurde Geld für eine medizinische Behandlung der Mutter benötigt - ließ er sich für die Diebstähle anheuern.

Geldsack aus Bank in Salzburg mitgehen lassen

Zum ersten Mal schlug er gemeinsam mit einer Frau im November des Vorjahres in der Spängler-Bank in Salzburg zu. Die beiden lenkten mit einem Kauderwelsch aus Englisch und Spanisch einen Mitarbeiter ab und stahlen dabei unbemerkt einen Sack, in dem sich knapp 47.000 Euro befanden. Das Geld hatte der Bedienstete kurz davor von einer anderen Bank abgeholt, weil dort ein Sparbuch aufgelöst worden war. Als er den Diebstahl bemerkte, war das Pärchen schon aus dem Staub.

Schmuck wurde ihm zum Verhängnis

Die Raiffeisenbank Villach "erleichterte" der Kolumbianer heuer im März um 77.000 Euro, während mehrere Komplizen die Angestellten ablenkten. Und am 8. Mai suchten sie einen Juwelier in Klagenfurt heim. Dabei wurde der Kolumbianer aber mit soeben erbeutetem Schmuck im Wert von rund 30.000 Euro gefasst. Den übrigen Dieben gelang die Flucht.

Geld war für Nichten und Neffen

Der Mann legte sofort ein umfassendes Geständnis ab, das er bei der Verhandlung am Mittwoch erneuerte. Er müsse für die Kinder seiner Brüder sorgen, weil diese von Paramilitärs ermordet worden seien, nannte er ein Motiv. "Ich bitte um Entschuldigung für das, was ich gemacht habe. Ich habe meine Lektion gelernt und möchte nach der Strafe heim nach Kolumbien. Ich habe verstanden, dass es besser ist, arm, aber dafür zu Hause zu sein", sagte er.

Noch zwei Monate, dann könnte der Dieb frei sein

Die Vorsitzende des Schöffensenates, Richterin Maria Schörghuber, verurteilte den Lateinamerikaner zu 24 Monaten Haft, von denen 18 Monate nur bedingt ausgesprochen wurden. Unter Einrechnung der viermonatigen Untersuchungshaft könne er bei Rechtskraft des Urteils bereits aus der Haft entlassen werden, weil er zwei Drittel der Strafe schon verbüßt habe, so Schörghuber. Damit wird es vorerst aber noch nichts: Der Beschuldigte nahm zwar auf Anraten seiner Anwältin Pia-Maria Kurmann den Spruch an, Staatsanwalt Andreas Allex gab allerdings keine Erklärung ab.

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