Viele Firmenchefs hadern mit der Arbeit im Homeoffice und wollen ihre Mitarbeiter wieder so oft wie möglich im Büro sehen. Wer das nicht schafft, greift zu Kontrollanrufen - oder im schlimmsten Fall zu sogenannter "Bossware". Das ist eine Spionagesoftware, die Tastatur und Maus überwacht, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter auch daheim arbeiten.
Doch diese Überwachung ist in der EU aus Datenschutzgründen verboten. Trotzdem gibt es laut einer US-Organisation bereits über 550 solcher Überwachungsprodukte auf dem Markt.
Wie Computerwoche unter Berufung auf das Online-Magazin Vice berichtet, reagieren Mitarbeiter mit sogenannten "Mouse Jigglern" oder "Mouse Movern". Diese kleinen Geräte oder Programme simulieren Mausbewegungen und gaukeln dem Computer aktive Arbeit vor. Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 sind die Suchanfragen nach diesen Tricks stark gestiegen.
Die Geräte sind bei Online-Händlern wie Amazon einfach erhältlich: USB-Sticks mit vorinstallierter Software oder kleine Geräte, die den Mauszeiger bewegen. Auch kostenlose Programme gibt es zum Download - allerdings haben viele Mitarbeiter auf ihren Firmen-PCs keine Admin-Rechte zur Installation.
Doch die Tricks funktionieren nicht immer. Die US-Investmentbank Wells Fargo hat laut Bloomberg im Mai 2024 mehr als ein Dutzend Mitarbeiter entlassen. Der Grund: Sie hatten ihre Arbeit nur vorgetäuscht, indem sie Tastatureingaben simulierten. Die betroffenen Angestellten arbeiteten alle in der Vermögens- und Investmentmanagement-Abteilung.
Ob sie dabei klassische Mouse Jiggler verwendet haben oder andere Tricks nutzten, ist aus den Angaben der US-Finanzaufsicht nicht eindeutig hervorgegangen. Klar ist aber: Das Wettrüsten zwischen überwachenden Chefs und tricksenden Mitarbeitern geht weiter.