Drei Teenager mussten diese Woche am Landesgericht St. Pölten auf die Anklagebank: Das damals 15-jährige Trio hatte in den Jahren 2019 und 2020 gleich mehrere, teils brutale Raubüberfälle begangen.
Nach einem Besuch im St. Pöltner Szeneclub "Warehouse" überfiel das Trio mit einem Elektroschocker einen Burschen, raubte dem Opfer die Geldbörse samt Bankomartkarte. Kurz darauf überfiel die Bande gleich noch einen Nachtschwärmer, erneut mit einem E-Schocker. Mit dem Geld ging das Trio dann zum "Mäci" essen und dann bei Billa und Deichmann einkaufen.
Am Wiener Westbahnhof prügelte das Trio laut Anklage auf einen Betrunkenen ein, das Opfer stürzte zu Boden. Dann nahmen die Jugendlichen noch die Geldbörse und das Mobiltelefon des Mannes an sich, ließen den Mann einfach liegen.
Besonders niederträchtig war der Überfall auf einen 82-Jährigen in Wien: Die Burschen beobachteten einen 82-Jährigen beim Einkaufen, gingen dem Rentner nach, stiegen mit dem Opfer sogar in den Bus ein, verfolgten in der Folge den Senior bis zur Haustüre. Als der Pensionist den Hausschlüssel herausholte, schlug das Trio gnadenlos zu, trat auf den völlig wehrlosen Senior ein und raubte ihm 70 Euro.
Weiters gingen laut Anklage einige Diebstähle auf das Konto der Bubi-Bande (sogar ein Diebstahl im gemeinnützigen Kidsnest).
Vor Gericht erschien das 82-jährige Opfer auf Krücken. Beim Prozess zeigten sich die drei Burschen großteils geständig. Auch ein vierter Teenager war teilweise – in untergeordneter Rolle – an den Taten beteiligt und kam mit einer bedingten Strafe (Anm.: 20 Monate bedingt) davon.
Die restlichen drei, allesamt vorbestrafen, Teenager (zwei Österreicher und ein Ungar) fassten Haftstrafen aus: Je 2,5 Jahre Haft für zwei Jugendliche sowie zwei Jahre teilbedingte Haft (davon acht Monate unbedingt) für den dritten Angeklagten (Anm.: er hatte die wenigsten Vorstrafen, daher bekam er eine mildere Strafe). Die Urteile sind nicht rechtskräftig.