In Wien und Niederösterreich schlugen drei Männer (22, 25, 30) seit vergangenem Herbst bis zum März zumindest bei sieben alte Frauen im Alter zwischen 73 und 97 Jahren eiskalt zu – wir berichteten. Für ihre Bosse in der Türkei, die sich mit gefälschten Rufnummern per Anruf bei betagten Opfern als besorgte Polizisten ausgaben, sammelten sie bei den älteren Damen Geld und Wertsachen ein – zum vermeintlichen Schutz vor "Einbrechern".
Besonders perfide: Einem 97-jährigen Opfer wurde erklärt, dass auch ihr Bankbetreuer mit den erfundenen "Einbrechern" unter eine Decke stecken würden. Dann chauffierten die Angeklagten die Frau zu ihrer Bank und ließen sie ihr Schließfach ausräumen. Das ganze Ersparte, das sie ihren Kindern und Enkeln vermachen wollte, händigte die gutgläubige Frau den Betrügern aus – laut Anklage insgesamt 400 Golddukaten, sowie ein diamantbesetzes Kreuz im Wert von 200.000 Euro.
Die Angeklagten erklärten am Freitag Vormittag am Wiener Landesgericht, wie sie durch falsche Freunde selbst in die Falle gelockt wurden und nicht mehr aus dem Fängen der Polizisten-Betrüger herauskamen, die sie und ihre Familie bedroht hätten. Für die Abholdienste wollen sie nur einige Tausend Euro verdient haben. Ob sie sich nicht schämen, wollte die beisitzende Richterin des Schöffensenats wissen – angesichts des hohen Alters der Opfer und der extrem hohen Geldbeträge, die die Opfer nie wieder sehen. "Doch, wir schämen uns", antworteten alle drei.
Die Urteile fielen schnell: 3 Jahre und 9 Monate, 2,5 Jahre unbedingte Haft, sowie zwei Jahre teilbedingte Haft für den Dritten, der nur Fahrer war – rechtskräftig. "Mildern war das Geständnis der Angeklagten. "Das Urteil soll auch generalpräventiv und abschreckend nach außen wirken", erklärte der Richter in seiner Begründung. "Es tut meinem Mandanten unglaublich leid", so Top-Verteidiger Niki Rast.