Szene

Trotz Conchita-Hype: Life Ball-Plakat regt auf

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:34

Seit dem Song Contest-Sieg von Conchita Wurst ringen Politiker und so mancher Bürger darum, sich als möglichst liberal und weltoffen darzustellen. Beim Plakat für den Life Ball 2014 hört sich für viele der Spaß aber auch schon wieder auf. Die FPÖ versuchte den Werberat einzuschalten. In Social Media-Kanälen und auf Heute.at wird heftig diskutiert.

hört sich für viele der Spaß aber auch schon wieder auf. Die FPÖ versuchte den Werberat einzuschalten. In Social Media-Kanälen und auf Heute.at wird heftig diskutiert.

Am Montag wurden die Plakate für den Life Ball 2014 am Rathausplatz präsentiert. Fotograf David LaChapelle inszenierte das unter dem Motto "Ich bin Adam - Ich bin Eva - Ich bin ich" nackt in einem "Garten der Lüste" - und das mit Penis UND Vagina. Nach der Präsentation der Sujets gingen sofort mehrere Beschwerden bei Werberat ein. Die Diskussion über Recht und Unrecht sowie Grenzen des Geschmacks können der PR-Abteilung des Life Balls aber nur Recht sein.

"Gefährdung aller Kinder!"

"So was wie das Life-Ball-Plakat ist eine Gefährdung aller Kinder! Ich will so was nicht meinen Kinder zumuten! Seit dem Sieg der Conchita Wurst beim ESC sind anscheinend alle Türen und Tore geöffnet! Aber das Plakat 'Frau mit Penis' geht eindeutig zu weit. Sonst macht man einen Aufstand wegen jedem Bussi, das man im TV sieht, und jetzt so was. Man muss doch irgendwie auch von Ihrer Stelle aus dagegen vorgehen können bzw. Kontakte spielen lassen können. Danke!", heißt es etwa in einer der eingegangenen Beschwerden beim Werberat, die "derStandard.at" zitiert hat.

FPÖ sieht Ethikkodex verletzt

Am Mittwoch schaltete sich auch die FPÖ in die Debatte ein: Der Werberat müsse einschreitet und das Plakat verurteilen, ließ Generalsekretär Herbert Kickl in einer Aussendung wissen. "Das aktuelle Plakat zur Ankündigung und Bewerbung des Life Balls widerspricht gleich in mehreren Punkten der freiwilligen Selbstbeschränkung und dem Ethikkodex der Werbewirtschaft", erklärte der Freiheitliche.

Und weiter: "Auch, wenn die Homo- und Transgenderlobby wegen des Song-Contest-Erfolges ihrer Galionsfigur völlig aus dem Häuschen ist und nun offenbar der Meinung ist, sich alles erlauben zu können, gelten noch immer ethisch-moralische Grundsätze und die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes."

Werberat nicht zuständig

Der Werberat selbst sieht dies ein wenig anders und will nicht einschreiten. Bei den beiden Sujets handele es sich um eine Bewerbung der Kunstausstellung eines international tätigen Künstlers. "Der Österreichische Werberat geht davon aus, dass die Bewerbung der Ausstellung durch ein Sponsoring der Life-Ball-Organisation unterstützt wird."

Aus diesem Grund könne der Werberat gemäß seiner Verfahrensordnung keine Stellungnahme abgeben, da die Bewerbung in den Bereich Kunst und Kultur falle. Der Werberat sei nicht für parteipolitische und wahlpolitische Werbung, für Werbung aus dem Bereich Kunst und Kultur sowie von und für Non-Profit-Organisationen zuständig.

Heiße Diskussionen

Auch auf "Heute.at" und Twitter gingen zum Thema "Life Ball Plakat" die Wogen hoch. Es wird heiß diskutiert. "Dieses Plaket hängt am Schulweg unserer Kinder. Habt ihr euch mal überegt wie man das einem 1.Klässler erklärt?", lautet etwa ein Kommentar, der umgehend Antwort durch ein Posting erhält:

 

Habe mit Kind (10) das Life Ball Plakat angesehen. Nach nur 10 min war alles klar. Wo liegt die Schwierigkeit, mit Kindern offen zu reden?
— 4xIch (@bine888)

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