Wirtschafts- und Arbeiterkammer liegen sich derzeit wegen der Zahl der Krankenstände in den Haaren. Während die Unternehmervertreter ein Ansteigen kritisieren, hält Oberösterreichs AK-Präsident Johann Kalliauer nun dagegen: Immer mehr Menschen gehen krank zur Arbeit, weil sie Angst vor den Konsequenzen haben.
Der Österreichische Arbeitsgesundheitsmonitor, eine repräsentative wissenschaftliche Befragung österreichischer Arbeitnehmer im Auftrag der AKOÖ, liefert objektive Daten zum Thema Arbeit und Gesundheit. Das Ergebnis: Erschreckende 41 Prozent der Befragten geben an, dass sie auch krank zur Arbeit geben.
Dass Menschen gesund bleiben oder in Ruhe gesund werden können, ist auch eine Frage der Führungsqualität eines Chefs. Arbeitnehmer, die sich durch ihre Vorgesetzten belastet fühlen, gehen signifikant häufiger trotz Krankheit arbeiten und müssen dennoch deutlich öfter in den Krankenstand gehen, erklärt Kalliauer. Er fordert, sowohl psychische als auch körperliche Arbeitsbedingungen so zu verbessern, dass Arbeit weniger krank macht.
Die Wirtschaftskammer ist anderer Meinung. Auf eine Milliarde Euro werden die volkswirtschaftlichen Kosten von Krankenständen alleine in Oberösterreich geschätzt. Mit einem Maßnahmenkatalog soll die Anzahl der Krankenstandstage gesenkt werden. Nach Unfällen in der Freizeit soll nur noch die Hälfte des bisherigen Entgelts weiterbezahlt werden und vor allem müsse der Bereich der Vorsorge weiter ausgebaut werden, erklärt Wirtschaftskammer-Präsident Rudolf Trauner.