Niederösterreich

Trotz Lockdowns 49.000 Schüler in NÖ in den Klassen

Derzeit sind rund 49.000 Schüler, also rund 25 Prozent der Gesamtschüler, in den Schulen in NÖ anwesend. Die Mehrheit davon in der Volksschule.
Erich Wessely
17.11.2020, 18:40

Auch in Niederösterreich hatte man zum Ziel, den Regelunterricht in den Schulen so lange und so sicher wie möglich aufrecht zu halten. Die steigenden Infektionszahlen hätten aber keine Alternative zu einer starken Reduktion der Anwesenheit der Schüler sowie der Lehrkräfte vor Ort gelassen, so Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (VP) und Bildungsdirektor Johann Heuras in einer Aussendung.

"Betreuung und Lernunterstützung"

Die beiden betonen: „Die Schulen schließen aber nicht. Es wird auch in den nächsten drei Wochen für all jene Schülerinnen und Schüler die es brauchen, Betreuung und Lernunterstützung geben – unabhängig davon, welchem Beruf ihre Eltern bzw. Erziehungsberechtigten nachgehen.“ Mit der eingeschränkten Anwesenheit sollen die Schulen so gut wie möglich ausgedünnt werden, um Kontakte zu minimieren. Derzeit sind rund 49.000 Schüler, also rund 25 Prozent der Gesamtschülerzahl in den Schulen in Niederösterreich anwesend, wobei in der Volksschule tendenziell mehr Schüler anwesend sind als in der Mittelschule.

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"Kein Kind darf einen Nachteil erfahren"

„Kein Kind darf durch das Herunterfahren der Schulen einen Nachteil erfahren. Deswegen wird auch explizit darauf hingewiesen, dass Schülerinnen und Schüler mit Lernrückständen sowie Schülerinnen und Schüler mit Defiziten in der Unterrichtssprache, auch jetzt gezielt gefördert werden. Die Organisation des Unterrichts erfolgt in Kleingruppen und unter Einhaltung strengster hygienischer Sicherheitsvorkehrungen. Wir wollen auch ausdrücklich noch einmal darauf hinweisen, dass in den Sonderschulen weiterhin Präsenzunterricht stattfinden wird. Und auch die Betreuung ganztägiger Schulformen ist durchzuführen, wenn Schülerinnen und Schüler dazu angemeldet sind“, so Teschl-Hofmeister und Heuras.

„Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Eltern bedanken, die ermöglichen, dass ihre Kinder zuhause betreut werden. Gleichzeitig gilt unser Dank auch allen Pädagoginnen und Pädagogen, die in dieser fordernden Zeit die Betreuung der Kinder in unseren Schulen, sowohl vor Ort als auch über das Distance-Learning, ermöglichen“, so Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Johann Heuras abschließend.

Verunsicherte Eltern

Seit der Bekanntgabe des verschärften Lockdowns durch die Bundesregierung haben sich jedoch auch Dutzende verunsicherte Eltern an die Arbeiterkammer Niederösterreich gewandt. „Jedem Elternteil muss möglich sein, die Kinder in die Schulen und Kindergärten zu bringen“, betonte Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich und Vorsitzender des ÖGB NÖ. In den Bildungseinrichtungen muss der Schwerpunkt auf Wissensvermittlung liegen. „Wir haben erreicht, dass die Schulen offen bleiben. Die Schulen sind Orte des Lernens, das muss auch vollständig sichergestellt sein“, so Wieser.

"Lockdown darf zu keinen Bildungsdefiziten führen"

Wenn Kinder in die Schule gebracht werden, müsse ihnen auch ermöglicht werden, mit pädagogischer Unterstützung Aufgaben zu bearbeiten und Lerninhalte zu vermitteln. Das sei im offiziellen Schreiben des zuständigen Ministeriums an die Bildungseinrichtungen auch ganz klar so formuliert. „Der Lockdown darf zu keinen Bildungsdefiziten führen“, so Wieser. Die Arbeiterkammer Niederösterreich ersucht die Eltern, wo die Kinder abgelehnt wurden beziehungsweise das Lernen nicht funktioniert, sich an die AK NÖ-Bildungsabteilung unter der Telefonnummer 057171-27000 zu wenden.

Ein Anspruch auf Sonderbetreuungszeit besteht, wenn Schule oder Kindergarten coronabedingt geschlossen sind oder das Kind in Quarantäne muss. Der Arbeitgeber erhält für bis zu vier Wochen die Kosten ersetzt. Auch wenn eine Betreuung möglich ist, können Eltern diese Sonderbetreuungszeit mit dem Arbeitgeber vereinbaren, so das Bekenntnis der Bundesministerin. Die gesetzliche Festschreibung im Parlament soll Ende dieser Woche erfolgen.

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