Österreich

Trotz Verbot und Strafen böllert Wien schon wie wild

Heute Redaktion
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Sobald es in Wien am Nachmittag dunkel wird, zerreißen Böller und Raketen den Himmel. Die Stadt erinnert deshalb an das Verbot von Böllern und Krachern.

Kracher, Böller und Co. fliegen in Wien bereits im Minutentakt durch die Luft, obwohl es noch nicht einmal Silvester ist und zudem ein strenges Verbot herrscht. Für die Wiener ist die Böllerei samt dem Lärm eine massive Belastung, und vor allem auch für die vielen Tiere in der Stadt ist sie eine Qual. Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) und Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl rufen deshalb zum Verzicht von Kracher aller Art auf.

Anzeige oder Strafe bis 3.600 Euro

Im gesamten Wiener Ortsgebiet herrscht zu Silvester striktes Feuerwerksverbot und die Polizei ist wegen illegaler "Kracherei" rund um den Jahreswechsel stets im Hochbetrieb. Pyrotechnik-Rowdys und "Zündlern" von Raketen, Böllern, Krachern und Co. drohen dabei Strafen bis zu 3.600 Euro oder gar Anzeigen.

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Wie jedes Jahr befürchten die Einsatzkräfte wieder zahlreiche schwere Verletzungen durch die Knallerei, die von Wunden und Narben im Gesicht und auf den Händen bis zum Verlust von Fingern oder der ganzen Hand reichen. Zudem werden durch fehlgeleitete Silvesterraketen immer wieder Brände auf Balkonen ausgelöst, die die Verursacher sehr teuer zu stehen kommen.

Tierschützer schon im Großeinsatz

Beim Notruf der Tierschutzorganisation Pfotenhilfe gingen schon vor und auch am Weihnachtsabend mehrere Vermisstenmeldungen über Hunde ein, die wegen Böllern schockiert wegliefen und stundenlang oder die ganze Nacht herumirrten. Die Pfotenhilfe appelliert daher an alle Hundehalter, bis zum Neujahrstag keinesfalls ohne Leine spazieren zu gehen.

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Hunde geraten durch Schüsse in Panik und rennen oft viele Kilometer weit. Teilweise finden sie auch nicht mehr nach Hause, was außer der Gefahr für den Hund auch ein Problem für die Verkehrssicherheit ist und bei allen Beteiligten viel unnötigen Aufwand verursacht. "Auch wenn die Knallerei in der Nähe von Tierheimen, Zoos und in Ortsgebieten verboten ist, es braucht ein generelles Verbot von Knallkörpern samt rigorosen Kontrollen und empfindlichen Strafen", fordert Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler.