Trotzige Kinder verdienen später mehr

Eine neue Studie behauptet, dass Personen, die in ihrer Kindheit zu Wutanfällen neigten, später im Erwachsenenleben erfolgreicher sind.
Trotzige Kinder sollen später als Erwachsene mehr Geld verdienen und erfolgreicher sein. Diese These mag auf den ersten Blick recht gewagt klingen, doch handelt es sich bei der Studie, die zu dem überraschenden Ergebnis kommt, um eine Langzeitstudie eigener Ordnung.

Höheres Einkommen und höherer Lebensstandard

Denn die Teilnehmer wurden zuerst 1968 als 12-jährige befragt. Dabei wurde der sozioökonomische Status der Eltern sowie die Verhaltensweisen der Kinder ebenso untersucht, genauso wie ihre Tendenz zu Unaufmerksamkeit, Minderwertigkeitsgefühlen und Ungeduld, das Verantwortungsgefühl und der Hang zu Optimismus oder Pessimismus. Als man sie 2015 im mittlerweile fortgeschrittenen, einen Lebenslauf offen legenden Alter nach Einkommen und Karriere befragte, zeigte sich, dass die ehemals als trotzig eingestuften Kinder mehr Erfolg im Leben gehabt hatten als die sanftmütigen. Sie hatten ein höheres Einkommen und einen besseren Lebensstandard.

Dabei stehen die Wutanfälle für das dahinterliegende Temperament und die Fähigkeit des Selbstausdrucks, um die eigene Welt besser mitgestalten und steuern zu können. "Kinder, die mehr nach außen orientiert sind und eher auch Grenzen austesten, werden sich auch später mehr für ihre eigenen Interessen einsetzen als ein Kind, das sehr scheu und zurückhaltend ist," meint die deutsche Kinderpsychologin Silvia Schneider gegenüber watson.

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Wutanfälle treten eher im privaten Rahmen auf


Die Wut selbst ist häufig ein Zeichen für Überforderung. "Je nach Alter können sie starke Gefühle wie Ärger noch nicht so gut kontrollieren und dann kommt die Wut unkontrolliert raus. Kinder müssen erst lernen, wie sie mit Gefühlen wie Ärger und Wut umgehen können," setzt die Psychologin fort.

Emotionsregulierungsstrategien können bei der Entwicklung helfen.

Oft kommt es vor, dass die Wutanfälle sich fast ausschließlich im privaten Umfeld der Eltern ereignen, die Betreuer im Kindergarten oder der schulischen Einrichtung jedoch davon schwärmen, wie brav das Kind ist. Das hat einerseits mit der eventuell stärker ausgeprägten Konsequenz der Betreuer zu tun und der Ablehnung der anderen Kinder als mögliche Folge. (GA)

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