Mit dem Tod von John McCain verliert Washington einen Politiker vom alten Schlag. Der republikanische Senator war als Maverick bekannt, der auch manchmal gegen die Parteilinie stimmte. Außerdem war er einer der schärfsten Kritiker des aktuellen US-Präsidenten Donald Trump. Dieser darf nun auch nicht zum Begräbnis.
Ruppiger Umgang
Die beiden Männer haben nämlich eine Vorgeschichte. Am 26. Oktober 1967 wurde McCain über dem Nordvietnam abgeschossen, verbrachte fast sechs Jahre unter Folter in Kriegsgefangenschaft. Er gilt als Held, aber nicht für Trump. "Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden, okay?", sagte er im Rahmen seines Präsidentschaftswahlkampfs.
McCain revanchierte sich mehrmals. Er stimmte gegen die Auflösung der von Trump so gehassten "Obamacare"-Gesundheitsreform und verteidigte unabhängigen Journalismus, den der Präsident oft als "Fake News" bezeichnet. Schon im Mai, McCain war bereits länger schwer an einem Hirntumor erkrankt, teilte die Familie mit, dass Trump bei der Trauerfeier unerwünscht sei. Der Präsident wünschte der Familie des Verstorbenen auf Twitter alles Gute, verlor aber keine Worte über McCain selbst.
Das Leben eines Mavericks
John Sidney McCain III. wurde am 29. August 1936 in eine Soldatenfamilie geboren. Sein Vater und sein Grossvater waren Marineoffiziere, die beide den Rang eines Admirals erreichten. McCain besuchte die US-Marineakademie und ließ sich anschließend zum Jetpiloten ausbilden. Von 1965 an war er (vorne rechts) als Berufssoldat im Vietnam-Krieg im Einsatz.
Am 26. Oktober 1967 geschah, was ihn wohl prägte wie nichts anderes. John McCain wurde über Nordvietnam abgeschossen. Er brach sich beide Arme und ein Bein, verbrachte fünfeinhalb Jahre als Kriegsgefangener in Einzelhaft im berüchtigten Lager "Hanoi Hilton". McCain wurde gefoltert und litt an den Folgen bis zu seinem Lebensende.
Der Kämpfer wurde 1973 freigelassen. Nach seiner Rückkehr wurde er von Präsident Nixon empfangen und geehrt. Nach längerer Genesung setzte er den aktiven Dienst bei der Marine fort: McCain war ab 1977 Verbindungsoffizier der Navy zum Senat der Vereinigten Staaten, was ihm einen Zugang in die Politik verschaffte.
McCain trat am 3. Januar 1983 sein Amt im US-Repräsentantenhaus an, 1986 wurde er für Arizona in den Senat gewählt. Im Jahr 2000 versuchte er sich erstmals als Präsidentschaftsbewerber, aber scheiterte gegen George W. Bush. 2008 wollte McCain es noch einmal wissen. Er trat als republikanischer Spitzenkandidat gegen Barack Obama an und ernannte Sarah Palin zur Vizepräsidentschaftskandidatin – was er später bereute.
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(red)