Trump hetzt Publikum gegen Demokratinnen auf

Seit Tagen wettert Donald Trump gegen vier Demokratinnen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung hetzte er nun das Publikum zu Hass-Parolen auf.
Trotz Rassismus-Kritik lässt Donald Trump nicht locker. Der US-Präsident hat eine Rede bei einer Wahlkampfveranstaltung zu neuen Beleidigungen und Attacken gegen die Demokratin Ilhan Omar und drei ihrer Parteikolleginnen genutzt.

Diesmal wurde es besonders schlimm, da er die Menge zu Hasstiraden anstachelte. Das Publikum stieg darauf ein und rief lautstark: "Schickt sie zurück!". Die Szene sorgte für weitere scharfe Kritik an dem Republikaner.

Trump erklärte in seiner Rede, die vier Demokratinnen würden beim Aufstieg einer militanten Linken helfen und die USA nicht lieben. Sie hätten nichts Gutes zu sagen, deswegen könnten sie das Land verlassen.

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Vor allem Omar, die als Kind mit ihrer Familie aus Somalia in die USA geflüchtet war, wurde vom Präsidenten verbal attackiert. Er warf der 37-jährigen Muslimin vor, sich mehrfach antisemitisch geäußert zu haben. Daraufhin reagierte das Publikum mit "Schickt sie zurück!"-Sprechchören.

In den vergangenen Tagen hatte der 73-Jährige die vier Frauen mehrfach aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen, wenn es ihnen in den USA nicht gefalle. Für diese Aussagen wurde der Präsident scharf kritisiert.

Die vier Politikerinnen besitzen allesamt die amerikanische Staatsbürgerschaft. Alexandria Ocasio-Cortez wurde in New York geboren und hat puerto-ricanische Wurzeln. Rashida Tlaib ist in Detroit aufgewachsen und die Tochter palästinensischer Einwanderer. Ayanna Pressley ist Afroamerikanerin und wurde in Chicago geboren. Omar kam zwar in Somalia auf die Welt, wurde aber schon als Teenager in den USA eingebürgert.



Die aktuellen Szenen sorgten bei vielen Beobachtern für Entsetzen. Das American Jewish Committee postete auf Twitter: "Dieser entsetzliche Sprechchor macht Amerika nicht großartig. Er erinnert uns vielmehr auf unheimliche Weise an eine dunkle Zeit in der Geschichte unserer Nation."

Omar selbst reagierte mit einer klaren Botschaft: "Ich bin da, wo ich hingehöre, im Haus des Volkes, und ihr werdet damit einfach klar kommen müssen."



Zudem wecken die Sprechchöre ungute Erinnerungen. Während seiner Präsidentschaftskandidatur für die Wahl 2016 war die Parole "Sperrt sie ein" mehrfach auf Trumps Massenveranstaltungen zu hören. Gemeint war damals seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton, der kriminelle Machenschaften vorgeworfen wurden.

(red)

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