Eine militärische Ehrenbezeugung von US-Präsident Donald Trump vor einem nordkoreanischen General hat in den USA für Kritik gesorgt. Das nordkoreanische Staatsfernsehen zeigte am Donnerstag Aufnahmen der Szene, die sich während Trumps Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapur ereignet hatte.
Zu sehen ist, wie Kim Trump den nordkoreanischen General No Kwang Chol vorstellt. Trump streckt die Hand zur Begrüssung aus, doch statt sie zu ergreifen, salutiert der General. Daraufhin salutiert auch der US-Präsident vor dem Offizier.
Bei Trump-Gegnern, die dem Präsidenten ohnehin bereits ein zu weitreichendes Entgegenkommen gegenüber Kim vorwerfen, sorgte der Vorfall für Irritationen. "Es überrascht niemanden, dass Nordkorea unseren Präsidenten für seine Propagandazwecke einspannt" schrieb der demokratische Senator Chris Van Hollen im Kurzmitteilungsdienst Twitter. "Kim Jong Un kann sofortige Zusagen einstecken, während er selbst keine konkreten Verpflichtungen eingeht. Ekelhaft zu sehen, wie Trump unsere Verbündeten in Kanada kaltstellt und dann Kim lobpreist, während er vor dessen Generälen salutiert."
Ähnliche Kritik an Vorgängern
Doch solche Kritiken an US-Präsidenten von den Anhängern der jeweils anderen Partei sind normal. 2009 hatte der damalige demokratische Präsident Barack Obama die Kritik seiner republikanischen Gegner auf sich gezogen, als er sich vor dem japanischen Kaiser Akihito verbeugte. Ein anderes Mal salutierte Obama einem Soldaten, während er einen Kaffeebecher in der Hand hielt. Und sein Vorgänger George W. Bush grüßte einmal militärisch, obwohl er seinen Hut im Arm hielt – beides geht gegen die militärische Etikette.
Trumps Sprecherin Sarah Sanders betonte, Trump sei lediglich höflich gewesen: "Das ist normale Höflichkeit. Wenn ein Militär einer anderen Regierung salutiert, entgegnet man das." Trotzdem: Die USA und Nordkorea befinden sich offiziell noch im Kriegszustand. 1953 unterzeichnete man zwar einen Waffenstillstand aber keinen Friedensvertrag.
(red)