Trump soll pro Tag 4 bis 8 Stunden TV schauen

Seit knapp einem Jahr ist Donald Trump im Amt. Nun kommen Details aus dem täglichen Leben des US-Präsidenten ans Licht.

Jeden Morgen um 5.30 Uhr wacht Donald Trump auf und schaltet den Fernseher in seinem Badezimmer ein. Er startet mit dem Fernsehsender CNN für Nachrichten, zappt dann weiter zur konservativen Sendung "Fox & Friends" und manchmal noch zu "Morning Joe" auf MSNBC – um sich für den Tag "aufzupeitschen", wie Freunde vermuten.

Die "New York Times" hat 60 Berater, Kollegen und Freunde Trumps sowie Kongressmitglieder interviewt, um mehr über den Alltag und das Innenleben des 45. US-Präsidenten herauszufinden.

Kushner: "Trump wird sich nicht mehr ändern"

Nach seinem morgendlichen TV-Marathon schnappt sich Trump sein iPhone und twittert – manchmal noch direkt vom Bett aus, wie Berater berichten. Er verbringe mindestens vier Stunden pro Tag vor dem Fernseher, manchmal das Doppelte. "Trump glaubt steif und fest, die Linken und die Medien wollten ihn zerstören. Dagegen will er ankämpfen", sagt der republikanische Senator Lindsey Graham.

Seine unkonventionellen politischen Methoden hätten ihn ins Weiße Haus gebracht, also bleibe er ihnen treu, schreibt die "New York Times". Jared Kushner soll Beratern gesagt haben, dass sich Trump im Alter von 71 Jahren wohl nicht mehr ändern werde. Eher werde er die Präsidentschaft nach seinem Willen gestalten.

Täglich bis zu zwölf Anrufe an Stabschef

Einer, der zumindest versucht, Trump unter Kontrolle zu halten, ist sein Stabschef John Kelly. Er ist seit diesem Sommer im Amt. Trump sei Kellys Meinung sehr wichtig, sagen Insider. Er rufe seinen Stabschef bis zu einem Dutzend Mal pro Tag an, etwa auf der Suche nach strategischem Rat oder mit Fragen zu seinem Terminkalender. Kelly habe einmal gesagt, er wolle versuchen, den Präsidenten so stark wie möglich unter Kontrolle zu halten.

Doch mit einem Mann wie Donald Trump ist das schwierig. Manchmal aber scheint er dennoch Bestätigung zu suchen, bevor er auf den "Tweet"-Button klickt. Laut einem langjährigen Berater hat er im Juni 2017 Freunde angerufen und aufgeregt erklärt, er habe den perfekten Tweet, um die Russland-Untersuchung zu neutralisieren. Er würde sie einfach eine "Hexenjagd" nennen. Sie waren wenig beeindruckt.

"Trump war völlig unvorbereitet"

In fast allen Interviews ist laut der "Times" die Fähigkeit und der Wille Trumps in Frage gestellt worden, Fakten von Fake News zu unterscheiden. Seinen Nachrichtenkonsum zu überwachen, bleibe auch ein Jahr nach Amtsantritt eine der Prioritäten des Stabschefs. Noch immer sei der US-Präsident skeptisch gegenüber allem, was nicht von innerhalb seiner ideologischen "Blase" komme.

Viele sagen, Trump habe vor seinem Amtsantritt unrealistische Vorstellungen von seiner Macht als Präsident gehabt. Und: "Was die Leute verstehen müssen: Er war völlig unvorbereitet auf dieses Amt", so Nancy Pelosi, die Fraktionschefin der Demokraten im Repräsentantenhaus. "Es wäre, als würde man mich in einen Operationssaal schicken und sagen, ich solle eine Hirnoperation durchführen."

Berichte dementiert – natürlich auf Twitter

In der Öffentlichkeit schlägt Trump oft markige Töne an. Im Privaten dagegen, bei Begegnungen mit den Familien von Angestellten etwa, soll er durchaus zugänglich sein: Er sei dort viel netter, besonders im Umgang mit Kindern.

Wie langjährige Freunde sagen, mache er aber wenig, um seine weiche Seite bekannt zu machen. Der Präsident wolle nicht, dass das Bild der Stärke, das er gegen außen aufrechtzuerhalten versucht, Risse bekommt.

Trump dementierte am Montagabend die Berichte über seinen exzessiven TV-Konsum – standeslaut auf Twitter und mit einem einzigen Wort: "Falsch!"

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