Tschechien nimmt nur 80 Flüchtlinge auf - EU erbost

Bild: © Vincent Kessler / Reuters (X00403)

Regierungschef Bohuslav Sobotka verkündete jetzt, dass Tschechien bis Oktober nur 80 Asylwerber aus Syrien aufnehmen will. Diese müssen zuvor aber einen Sicherheitscheck bestehen. Präsident Milos Zeman will hingegen keine Asylsuchenden mehr aufnehmen. Die EU ist verärgert.

 
"Mit der Einreise von Flüchtlingen schaffe man einen Nährboden für Terroarattacken", ließ der Sprecher von Tschechiens Staatspräsdient Milos Zeman am Dienstag ausrichten. Er fordert sogar einen kompletten Stopp für die Aufnahme von Flüchtlingen. Zumindest Regierungschef Sobotka will 80 Asylwerber aufnehmen, nachdem die Migranten einen Sicherheitscheck bestanden haben, diese Überprüfung soll nicht vor Jahresende fertig sein. 

Heftige Kritik an diesem Kurs kommt von der EU. Laut dem "Resettlement"-Programm (Umsiedelung von bereits anerkannten Flüchtlingen) müsse Tschechien wie Griechenland und Italien 2691 Asylsuchende aufnehmen. 400 Plätze haben die Tschechen zugesichert, aufgenommen haben sie bisher aber nur 52 Personen. 

Der Deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger lässt mit klaren Worten aufhorchen: "Ich glaube schon, dass wir uns beschämend fragen müssen, ob wir nicht mehr für 300.000 eingeschlossene Syrer in Aleppo anzubieten haben", sagte er gegenüber dem Radiosender "ffn". Oettinger meinte sogar, wer als Präsident europäische Gesetzgebung so diffamiert, der schwäche Europa insgesamt. Doch Zeman wird das nicht sonderlich beeindrucken, er gilt als Standhaft in der Flüchtlingsfrage: "Niemand hat sie hierher eingeladen", sagte er zu den Asylsuchenden.

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