Tschürtz sagt blauen Rebellen von DAÖ ab

Die FPÖ musste im Burgenland eine herbe Niederlage einstecken. Der Parteichef der Landespartei, Johann Tschürtz, kennt die Gründe. Über einen von einem Webportal herbeigeschriebenen Wechsel sagt er zu "Heute": "Absolut ausgeschlossen!"
Ein Drittel der Stimmen haben die Freiheitlichen im Burgenland im Vergleich zur Wahl 2015 verloren. Für Noch-Vizelandeschef Johann Tschürtz ist das keine Überraschung. Im Interview mit "Heute" erklärt er: "Die Freiheitliche Partei verliert aktuell bundesweit ein Drittel der Stimmen. Das ist ein Trend, der sich derzeit nicht aufhalten lässt."

Grund dafür ist für ihn definitiv der Ibiza-Skandal, mit dem er aber nichts am Hut habe, wie er bereits im Vorfeld öfters betonte. Dennoch wirkte sich die Causa auch auf die Landespartei aus. Tschürtz glaubt: "Eine Wahl zu einem späteren Zeitpunkt wäre anders ausgegangen."

DÄO? Keine Chance



CommentCreated with Sketch.6 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Der Chef der Burgenland-FPÖ ist mit dem Ergebnis aber dennoch zufrieden. Immerhin habe man sich im Vergleich zum Jahr 2010 ein wenig gebessert. Das würde zeigen, dass die Freiheitlichen sich stabilisieren. Gleichzeitig hadert er auch ein wenig mit sich selbst: "Ich bin nicht derjenige, der dauernd schimpft. Vielleicht hätte ich kantiger sein müssen, das mag sein. Aber das ist nicht mein Stil."



Ob seine Rückendeckung gegenüber Heinz-Christian Strache Stimmen gekostet hat, könne er nicht einschätzen. Ob es aber auch einen Wechsel zur Splitterpartei DAÖ geben könnte? "Nein! Absolut ausgeschlossen", versichert Tschürtz. Der Grund: "Ich kann schon alleine mit dem Namen nichts anfangen. Außerdem fängt man in meinem Alter nicht an eine neue Partei aufzubauen."

Heißt das also, dass er Parteichef bleiben möchte? "Selbstverständlich", so Tschürtz. Doch der 60-Jährige wisse auch, dass eine Verjüngung der Partei womöglich notwendig wäre: "Ich kann nicht mit 80 Jahren an der Spitze sein."

Das ganze Tschürtz-Interview



„Heute": Herr Tschürtz, Sie haben bis zuletzt geglaubt, dass die FPÖ das Ergebnis der letzten Wahl halten können wird. Wie erklären Sie sich nun dieses deutliche Minus?

Johann Tschürtz: Die Freiheitliche Partei verliert aktuell bundesweit ein Drittel der Stimmen. Das ist ein Trend, der sich derzeit nicht aufhalten lässt. Ich glaube trotzdem, dass die FPÖ im Burgenland gute Arbeit geleistet hat. Es ist aber in einer Koalition nun einmal so, dass die Nummer eins mehr Kapazitäten hat. Wir waren lediglich der Juniorpartner. Da muss man die Kirche auch im Dorf lassen.

War der Ibiza-Skandal auch ein Grund für den Stimmverlust?

Selbstverständlich war Ibiza ein Grund. Das liegt natürlich auf der Hand. Eine Wahl im nächsten Jahr wäre anders ausgegangen. Wenn man sich aber die Wahl von vor zehn Jahren ansieht, dann merkt man, dass sich die FPÖ stabilisiert hat. Damals hatten wir noch 8,9 Prozent. Jetzt stehen wir ungefähr bei zehn Prozentpunkten.

Kann es auch sein, dass Sie in der Wahl einfach zu wenig polarisiert haben?

Ich bin kein Typ, der dauernd schimpft. Vielleicht hätte ich kantiger sein müssen, das mag sein. Aber das ist nicht mein Stil.

Sie haben Strache im Vorfeld die Stange gehalten. Ist für Sie persönlich jetzt ein Wechsel zur DAÖ denkbar?

Nein, das ist völlig ausgeschlossen. Alleine mit dem Namen DAÖ kann ich nichts anfangen. In meinem Alter fängt man auch nicht an, eine neue Partei aufzubauen.

Wollen Sie weiter Parteichef bleiben?

Selbstverständlich. Mir ist aber auch klar, dass es einen frischen Wind in der Partei braucht. Man muss sich anschauen, wie man das angeht. Möglicherweise ist auch eine Verjüngung der Partei notwendig

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