Welt

Türkische Anwältin im Hungerstreik gestorben

238 Tage befand sie sich im Hungerstreik. Am Donnerstag starb die inhaftierte türkische Anwältin Ebru Timtik in einem Krankenhaus in Istanbul.
Heute Redaktion
28.08.2020, 20:53

Timtik war wegen Terrorvorwürfen verurteilt worden. Mit dem Hungerstreik wollte sie einen fairen Prozess erreichen. Am Donnerstag ist die Anwältin in einem Krankenhaus in Istanbul nach 238 Hungerstreik verstorben. Vor ihrem Tod wog sie nur noch 30 Kilogramm.

Auch der ebenfalls wegen Terrorvorwürfen verurteilter Kollege Aytac Ünsal war im Zuge ihrer Prozesse in den Hungerstreik getreten. Auch er befindet sich derzeit wegen seines Zustandes zur Behandlung in einem Krankenhaus.

Mehrere Zusammenschlüsse von Juristen hatten vor wenigen Tagen die Freilassung der beiden Menschenrechtsanwälte gefordert. Beide befänden sich in kritischem Zustand, hieß es damals.

Timtik gehörte nach Angaben von Unterstützern zu einer Gruppe von insgesamt 18 Anwälten in der Türkei, die wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. Alle seien in Vereinigungen engagiert, die häufig Oppositionelle verträten, hieß es.

Der Tod der Anwältin rief in der Türkei eine Welle an Protest- und Solidaritätsbekundungen hervor. "Ebru Timtik wurde vor unseren Augen in den Tod geschickt", schrieb Sezgin Tanrikulu, Politiker der sozialdemokratischen Oppositionspartei CHP, auf Twitter. Auch die EU-Kommission reagierte bestürzt und verlangte von der Türkei dringend Fortschritte bei Rechtsstaatlichkeit und Schutz von Grundrechten.

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