Essen im Museumsquartier

Türkische Hausmannskost im Wiener Architekturtempel

Eröffnet haben sie zum 30. Geburtstags des Architekturzentrums – in dem Design-Kleinod bieten sie seither Tagesgastronomie mit türkischem Schwerpunkt.

Heute Redaktion
Gökhan (47) und Birgit Yolacan (39) lieben sich, die hohe Schule der Kochkunst und türkisches Essen
Gökhan (47) und Birgit Yolacan (39) lieben sich, die hohe Schule der Kochkunst und türkisches Essen
Helmut Graf

"Wir kochen alte Schule: Mit Fond, Jus, gerösteten Knochen – wir haben in guten Häusern gelernt", sagen die beiden gelernten Köche und Betreiber des Lokals "Kaan" im Wiener Architekturmuseum am Museumsplatz 1 (Wien-Neubau),  Gökhan (47) und Birgit Yolacan (39). Gelernt und gearbeitet haben sie unter anderem im Sacher, im Plachutta, im Schwarzenberg und im Palais Coburg. Benannt haben sie ihr Lokal nach ihrem Sohn, "unserem ehrlichsten Kritiker".

Es gab eine Ausschreibung für die Pacht des Lokals im Architekturmuseum – und ihr Konzept hat sich durchgesetzt. Das Innendesign war bereits vorgegeben, gestaltet haben den 100 Quadratmeter großen Raum die französischen Architekten Anne Lacaton und Jean Philippe Vassal. Das Muster der Deckenfliesen wurde von der türkischen Künstlerin Asiye Kolbai-Kafalier in Zusammenarbeit mit den Architekten eigens für diesen Raum entworfen und in Istanbul produziert.

Döner und echte türkische Küche sind zwei verschiedene Welten

Was würde unter eine türkisch geflieste Kuppel besser passen als "hochwertige türkische Küche gekocht mit Fachkompetenz", so Birgit. "Bei uns wird richtig groß wie in der Türkei aufgetischt, nicht wie an türkischen Fast Food Ständen." Freilich gibt es auch türkischen Kaffee, Chai und Baklawa: "Wir wollen ein türkisches Flair verbreiten, bei uns kann man sich fühlen wie im Urlaub" sagt Birgit. Die feinen Süßspeisen und das Brot für die Burger werden von der gelernten Zuckerbäckerin Tamara Rath (27) kreiert, alles andere bereiten die beiden Köche selbst jeden Tag ab 6.30 Uhr frisch zu.

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    Drinnen ist Platz für 60 Personen
    Drinnen ist Platz für 60 Personen
    Helmut Graf

    Gekocht wird mit regionalen, saisonalen Zutaten, darum bleibt die Speisekarte auch immer in Bewegung. Speisen in vegan und vegetarisch gibt es auch. Täglich gehen bis zu 100 Teller über den Tresen. Zum Mittag kommen die Mitarbeiter aus den Büros und Museen im Quartier und kosten das urige, sättigende Essen. Bohnen, Gerste, Linsen und Kichererbsen sind feste Bestandteile ihrer Gerichte – die man auch als Catering bestellen kann. Im Garten finden 80 Hungrige Platz, innen 60. Warme Küche gibt es von 11.30 Uhr bis 22.30 Uhr. "Mittags und auch vor und nach den Theateraufführungen im Volkstheater nebenan ist hier immer richtig was los".

    Frühstück ab 9 Uhr und warme Küche bis 22.30 Uhr

    Früher betrieben die beiden Gastronomen sehr erfolgreich das "Caffè Intermezzo" im Zweiten Bezirk. Dann wollten sie sich vergrößern und der Standort im Museumsquartier erschien ideal. Um sich einen ersten Eindruck von den Speisen zu machen, kann man sich drei Hauptspeisen für zusammen 25 Euro bestellen. Eine Kichererbsensuppe mit Linsen kostet beispielsweise klein 3 und groß 5 Euro, eine Weizentortilla gefüllt mit Hummus, Tabuleh und Falafel 13 Euro und ein zartes Roastbeef mit Rotkraut - Rucola Salat Grana mit Senf Dip und Ciabatta 18 Euro.

    Das Roastbeef markiert das obere Ende der sehr fairen Preise auf der Speisekarte. Und: Wasser gibt es immer gratis. Ein richtiger Bestseller ist die Quiche um 9 Euro und das Wiener Schnitzel – wenn es denn eines gäbe. Touristen würden sehr oft danach fragen. "Wahrscheinlich machen wir bald auch Schnitzel", scherzen die beiden halbernst.

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