Nach einem bewaffneten Überfall auf eine Tankstelle in Tulln in der Nacht auf Dienstag wurden am Donnerstag zwei Verdächtige festgenommen, eine dritte Person ist auf der Flucht. Es stellte sich heraus, dass der überfallene Mitarbeiter ausgerechnet den Fluchtfahrer um Hilfe gebeten hatte. Als die Polizisten den "Zeugen" später verhörten, rückte er mit der Wahrheit heraus.
Nach einem bewaffneten Überfall auf eine Tankstelle in Tulln in der Nacht auf Dienstag wurden am Donnerstag zwei Verdächtige festgenommen, eine dritte Person ist auf der Flucht. Es stellte sich heraus, dass der überfallene Mitarbeiter ausgerechnet den Fluchtfahrer um Hilfe gebeten hatte. Als die Polizisten den "Zeugen" später verhörten, rückte er mit der Wahrheit heraus.
Der Coup war laut Polizei-Sprecher Johann Baumschlager am Montag gegen 23.45 Uhr verübt worden. Ein Täter ging in den Verkaufsraum, ein anderer stand Schmiere. Der Mann bedrohte den 54-jährigen Angestellten mit einer Soft Gun und versetzte ihm mit dieser einen Schlag gegen die Stirn, woraufhin der Mitarbeiter zu Boden sank. Dann trat er ihm noch gegen dessen Oberkörper.
Während einer der Täter einen geringen Geldbetrag aus der Kassa nahm, flüchtete der leicht verletzte Mitarbeiter schreiend zum nächsten Auto in etwa 70 Metern Entfernung und ersuchte den vermeintlichen Zeugen um Hilfe. Zunächst liefen die zwei Täter auf sie zu, änderten aber dann die Richtung und flüchteten in Richtung Krankenhaus. Die Fahndung verlief erfolglos.
Fluchtfahrer verriet Komplizen
Der vermeintliche Zeuge, ein 19-jähriger Bosnier, wurde mehrmals einvernommen. Er gestand schließlich, als Fluchtfahrer fungiert zu haben. Er nannte als Haupttäter einen 17-jährigen Landsmann, der am Donnerstag in Tulln festgenommen wurde. Dieser leugnete den Überfall zunächst, zeigte sich dann aber doch geständig. Auch er will jedoch nicht der Haupttäter sein und schob diesen Part einem 26-jährigen Bosnier zu, der geflüchtet sein soll.
Der junge Mann und der Jugendliche wurden festgenommen und in die Justizanstalt St. Pölten gebracht. Die Polizei vermutet, dass sich der angebliche Haupttäter in Bosnien aufhält. Im Zuge der weiteren Erhebungen wurden die Soft Gun, Maskierung und Täterkleidung sichergestellt.