Österreich

Tullnerfeld: Apotheke darf seit Jahren nicht öffnen

Heute Redaktion
13.09.2021, 18:21

Seit rund drei Jahren kämpft die Gemeinde Michelhausen (Tulln) um die Eröffnung einer Apotheke am Bahnhofsareal Tullnerfeld. Nach einem Einspruch heißt es aber weiter: Bitte warten!

Die Befürchtungen, dass Tullnerfeld zu einem Geisterbahnhof verkommen könnte, zerschlugen sich: Büros, Bäckerei, Möbelverkäufer, Fitnessraum, sogar einen Friseur gibt es am Areal, auch ein Supermarkt soll bald aufsperren.

Aber: Seit drei Jahren kämpft die Gemeinde Michelhausen auch um ein medizinisches Angebot: „Hier entsteht in Kürze eine moderne Apotheke", ist in großen Lettern zu lesen, die Räumlichkeiten dafür bezugsfertig.

„Wir hatten schon einmal einen positiven Bescheid, dieser wurde aber von einer Apotheke in Tulln beeinsprucht", erklärt Michelhausens Bürgermeister Rudolf Friewald (VP). „In Tulln selbst gibt es drei Apotheken, sogar eine vierte soll kommen. Und bei uns spießt es sich seit Jahren. Das hat den Anschein einer Apothekenmafia", macht Friewald seinem Ärger Luft.

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Fall beim Landesverwaltungsgericht

Derzeit liege der Fall beim Landesverwaltungsgericht. „Jetzt wird wieder ein Gutachten der Apothekerkammer erstellt", so der Politiker. Seinen Schätzungen zufolge heißt es erneut mindestens ein halbes Jahr warten: „Und dann kann es wieder einen Einspruch geben." Grundsätzlich gilt, dass mindestens 5.500 Menschen das Einzugsgebiet jeder Apotheke umfassen muss, es gibt aber auch Ausnahmen – etwa aufgrund örtlicher Verhältnisse. Die Behörde hat das dann in jedem einzelnen Fall zu prüfen.

„Wir haben jährlich rund 10 Prozent mehr Einwohner, mit Langenrohr und Judenau rund 10.000 Einwohner. Man muss nur ins Zentrale Melderegister reinschauen", sagt Friewald. „Vor allem für die künftige Betreiberin zehrt der Fall an den Nerven." (wes)