Welt

Türkei-Demos: Urlauber trauen sich nicht aus Hotels

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:48

70 Verletzte, 900 Festnahmen! Nach den blutigen Straßenschlachten am Bosporus gingen die Wut-Demos gegen Türken-Premier Erdogan Sonntag weiter. Der kündigte ein erstes Einlenken an.

Der Taksim Platz in Istanbul sieht aus wie ein Schlachtfeld, Touristen rufen auf Twitter um Hilfe, weil sie sich nicht mehr aus dem Hotel trauen. Bilanz: 70 Verletzte, auch von Todesopfern ist die Rede. Rückblick: Die Krawalle begannen, nachdem die Polizei auf Erdogans Anordnung ein Protestcamp von Umweltschützern am Taksim-Platz stürmte. Für den Bau eines Einkaufszentrums sollten 600 Bäume gefällt werden.

Als Erdogan die 200.000 Demonstranten in einer Rede als Extremisten (!) bezeichnete, waren Minuten später 1 Million Menschen auf den Straßen. Dann der Rückzug: Erdogan ließ einen Sprecher auf Twitter ankündigen, dass es Gespräche mit Vertretern der Taksim-Gazi-Park-Plattform und der Architektenkammer geben werde, um eine Lösung zu finden. Seinen Kritikern ist das zu wenig. Sie demonstrierten auch am Sonntag gegen Erdogans autoritäre und neoliberale Politik.

Isabella Martens

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