Türkei: Erdogan tritt bei Präsidentschaftswahl an

Bild: Reuters

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will sich bei der Präsidentenwahl in knapp sechs Wochen zum Staatsoberhaupt wählen lassen. Seine Partei AKP erklärte Erdogan am Dienstag zu ihrem offiziellen Kandidaten bei der Wahl am 10. August.

Am 19. Juni war Erdogan auf hatte für viel Wirbel gesorgt, hunderte Polizisten waren im Einsatz.

Bei der Wahl dürfen die rund 2,5 Millionen türkischen Wähler im Ausland erstmals an ihren jeweiligen Wohnorten ihre Stimmen abgeben. In Österreich haben etwa 270.000 Menschen türkische Wurzeln, knapp 115.000 offiziell die Staatsbürgerschaft.

Zwei Gegenkandidaten

Bei der ersten Direktwahl eines türkischen Staatschefs tritt der 60-jährige Erdogan gegen zwei Kandidaten der Opposition an. Laut Umfragen hat Erdogan gute Aussichten, im ersten Wahlgang über 50 Prozent der Stimmen zu erhalten.

Die beiden größten Oppositionsparteien, die säkularistische CHP und die nationalistische MHP, hatten sich bereits auf den 70-jährigen Ekmeleddin Ihsanoglu als gemeinsamen Kandidaten geeinigt. Ihsanoglu ist Ex-Generalsekretär der Organisation für Islamische Zusammenarbeit. Für die Kurdenpartei HDP tritt ihr Vorsitzender Selahattin Demirtas an.

Jobrochade mit Gül

Der neue Staatschef soll am 28. August sein Amt antreten. Amtsinhaber Abdullah Gül, ein politischer Weggefährte Erdogans, hatte vor einigen Tagen seinen Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur erklärt. Medienspekulationen zufolge könnte Gül als Ministerpräsident an die Spitze der Regierung rücken, wenn Erdogan zum Präsidenten gewählt wird.

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