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Türkei zieht nach Proteststurm Missbrauchsgesetz zur...

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:16

Tagelang wurde in der Türkei von Tausenden gegen das geplante neue Sexualstrafrecht protestiert, auch international war die Kritik groß. Das Gesetz hätte es in Einzelfällen ermöglicht, dass Täter nach sexuellen Handlungen mit Minderjährigen straffrei ausgehen. Demonstranten sprachen von legalisierter Kinder-Vergewaltigung. Die türkische Regierung verteidigte den Gesetzentwurf bisher, nun zog sie ihn aber zurück.

Tagelang wurde in der Türkei von Tausenden gegen das geplante protestiert, auch international war die Kritik groß. Das Gesetz hätte es in Einzelfällen ermöglicht, dass Täter nach sexuellen Handlungen mit Minderjährigen straffrei ausgehen. Demonstranten sprachen von legalisierter Kinder-Vergewaltigung. Die türkische Regierung verteidigte den Gesetzentwurf bisher, nun zog sie ihn aber zurück.

Am Dienstag hätte in einer zweiten Lesung über das neue Gesetz abgestimmt werden sollen, kurz zuvor wurde es aber zurückgezogen. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte an, man werde die diversen "Empfehlungen" berücksichtigen, womit er auf die Proteste im eigenen land und die internationale Kritik anspielte. Auch Ministerpräsident Binali Yildirim kündigte an, der Entwurf werde überarbeitet.

Einerseits sind Eheschließungen unter 18 Jahren in der Türkei verboten, dennoch unter Minderheiten weit verbreitet. Der Vorwurf gegen das geplante Gesetz lautete, dass es ein Schlupfloch schaffe, dass einerseits Ehen unter 18 möglich sind und andererseits Vergewaltiger straffrei ausgehen könnten. Sexuelle Missbrauchstäter wären nämlich einer Strafe entgangen, wenn der Täter sein Opfer heiratet und es beim sexuellen Missbrauch "nicht zu Gewalt oder Drohungen" gekommen war oder gegen den Willen des Kindes gehandelt wurde.

allein 110.000 Staatsdiener in dem Land entlassen worden.

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