Türkische Polizei zieht sich von Taksim-Platz zurück

Bild: AP
Nachdem sich die Polizei vom Taksim-Platz in Istanbul zurückgezogen hat, haben dort am Samstagabend tausende Demonstranten ausgelassen gefeiert. Mit Rufen wie "Regierung tritt zurück" und "Wir sind hier, wo bist du?" an Regierungschef Recep Tayyip Erdogan gerichtet, bekräftigten die Menschen auf dem zentralen Platz zugleich ihren Unmut über die Regierung. Unter den Demonstranten waren auch zahlreiche Oppositionspolitiker und Künstler.
Nachdem sich die Polizei vom Taksim-Platz in Istanbul zurückgezogen hat, haben dort am Samstagabend tausende Demonstranten ausgelassen gefeiert. Mit Rufen wie "Regierung tritt zurück" und "Wir sind hier, wo bist du?" an Regierungschef Recep Tayyip Erdogan gerichtet, bekräftigten die Menschen auf dem zentralen Platz zugleich ihren Unmut über die Regierung. Unter den Demonstranten waren auch zahlreiche Oppositionspolitiker und Künstler.

Nach dem Rückzug der Polizei vom Taksim-Platz soll es im Stadtteil Besiktas zu neuerlichen Zusammenstößen gekommen sein, wie Aktivisten am Samstag im Internet berichteten. Die Polizei feuere Tränengasgranaten ab. Auch türkische Medien berichteten über den Polizeieinsatz. Demonstranten hätten einen Polizeiwagen angezündet.

Präsident ruft zu Besonnenheit auf

Nach den Straßenschlachten und Protesten in Istanbul und anderen Städten hat der türkische Präsident Abdullah Gül zur Ruhe und Besonnenheit aufgerufen. Die Proteste hätten ein "besorgniserregendes Niveau" erreicht, erklärte Gül am Samstag in Ankara. Er forderte alle Beteiligten auf, "gesunden Menschenverstand" walten zu lassen. Von der Polizei verlangte er, "angemessen" auf die Proteste zu reagieren.

939 Festnahmen

Bei den Protesten wurden nach Angaben von Innenminister Muammer Güler insgesamt 79 Menschen verletzt, darunter 53 Zivilisten und 26 Polizisten; bei Demonstrationen in 48 Städten wurden den Angaben zufolge zudem insgesamt 939 Menschen festgenommen.

Die Proteste richten sich unmittelbar gegen die Umgestaltung des Gezi-Parks unweit des Taksim-Platzes, inzwischen aber auch gegen die Regierung. Die Kritiker prangern vor allem einen zunehmend konservativen und autoritären Regierungsstil an.

Internationale Solidarität

Kundgebungen in Wien und New York zeigten sich am Samstag solidarisch mit den Park-Besetzern in Istanbul. Hunderte Menschen versammelten sich im Zuccotti-Park nahe der Wall Street mit Transparenten, auf denen "Genug" und "Resistanbul" stand. , um die Demonstranten in der Türkei zu unterstützen.
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