Mehrere Türsteher, die von August 2012 bis August 2013 insgesamt neun Discobesucher verprügelt haben sollen, sind am Mittwoch wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung vor dem Landesgericht Linz gestanden. Ein Angeklagter wurde zu einer Geldstrafe von 720 Euro und 200 Euro Schmerzensgeld verurteilt, zwei andere Beschuldigte freigesprochen. Am 5. Februar wird die Verhandlung gegen weitere Securitys fortgesetzt.
Die drei nun gefällten Urteile sind noch nicht rechtskräftig: Der Beschuldigte, der eine Geldstrafe ausfasste, erbat sich drei Tage Bedenkzeit, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. In dem Verfahren sind insgesamt sieben Türsteher im Alter von 21 bis 53 Jahren - sie hatten teilweise bereits früher mit dem Gericht zu tun - angeklagt, einer von ihnen ist am Mittwoch nicht zur Verhandlung erschienen.
Experte für Zahnheilkunde gefragt
Fast 20 Zeugen, ein medizinischer Sachverständiger und ein Experte für Zahnheilkundewaren geladen. Den Angeklagten im Alter von 21 bis 53 Jahren drohen bis zu fünf Jahre Haft.
"Das war keine Watsche, mit der Faust war das", kommentierte ein Opfer die angebliche Attacke eines Securitys. Zum Tathergang konnte der Zeuge, der damals alkoholisiert war, keine Angaben machen, er habe aber vier, fünf Tage Schmerzen gehabt. Er erlitt laut einem Gutachter eine Prellung des Unterkiefers, ihm musste ein Zahn gezogen werden, seine Kaufähigkeit sei heute noch beeinträchtigt.
Er sei von einem Sicherheitsmann ohne einen für ihn erkennbaren Grund zu Boden gerissen und dann aus dem Lokal begleitet worden, sagte ein weiteres, 23-jähriges Opfer aus. Draußen habe es eine 20-minütige Diskussion mit mehreren Türstehern gegeben. Als er gehen wollte, sei er plötzlich attackiert worden - vermutlich von den Securitys, so der junge Mann. Mehrere Personen hätten ihn mehrmals gegen den gesamten Rücken getreten, den Übergriff beschrieb er als "recht schmerzhaft".
"Jetzt ist die Party vorbei für uns"
"Jetzt ist die Party vorbei für uns", erinnerte sich ein Zeuge an den Heiligen Abend 2012, an dem ein Freund in der Disco eine Rissquetschwunde an der Stirn erlitten hat. Einer der Beschuldigten in dem Linzer Prozess soll den jungen Mann am Boden festgehalten haben, ein anderer versetzte ihm laut Anklage mehrere Faustschläge.
Die Türsteher erklärten hingegen, sie hätten versucht, einen Streit zwischen zwei Gruppen zu schlichten. Ein weiterer Zeuge berichtete ebenfalls von einem Vorfall, bei dem er verletzt worden ist. Einer der Türsteher wiederum behauptete, dass der Gast selbst die Fäuste sprechen lassen und ihn verletzt habe. Er legte Fotos vor, die ihn mit Blessuren im Gesicht zeigen.