Turtle Beach Recon 500: Gute Hörer für kleine Budgets

Für solide Gaming-Headsets muss man über 100 Euro in die Hand nehmen? Für Sparfüchse bietet das Turtle Beach Recon 500 eine attraktive Alternative.

Bereits seit Mitte des Jahres dürfen sich Gamer in den USA über das neue Turtle-Beach-Headset Recon 500 freuen, seit kurzer Zeit ist es jetzt auch in Österreich erhältlich. Farblich zeigt sich das rund 80 Euro teure Headset einmal im klassischen Schwarz, einmal im ausgefallenen Camouflage-Weiß. Und wie der Test zeigt, hat das Unternehmen, das für günstige und trotzdem qualitativ hochwertige Gaming-Accessoires bekannt ist, bei den neuen Kopfhörern ganze Arbeit geleistet.

Deutsche Beschreibungen auf oder in der (nun durch viel Papieranteil umweltfreundlicheren) Verpackung gibt es zwar keine, weil aber die englischen und französischen Texte mit Bildern versehen sind und das Headset sowieso selbsterklärend funktioniert, gibt es dabei keinerlei Probleme. In der Praxis muss das Headset mit seiner 3,5-Millimeter-Klinke nur angesteckt werden und ist sofort betriebsbereit, der Mikrofon-Arm kann auf Wunsch angekoppelt oder entfernt werden.

Sehr schönes Design, das überzeugt

Besonderheiten zeigt das Headset gleich zwei: Es kann nur kabelgebunden verwendet werden und verwendet als "weltweit erstes" eine Dual-Treiber-Konfiguration. Zweitere Technologie haben zwar noch andere Headsets im Angebot, in der vorliegenden Form stimmt die plakative Behauptung aber. Doch zuerst zum Design und Tragegefühl. Auffällig ist, dass das Headset keinesfalls billig wirkt. Ein breiter und weicher Kopfbügel hält die großen und gut gepolsterten Ohrmuscheln sicher in Form, gleichzeitig liegt der Blick auf die 60-Millimeter-Treiber im Inneren durch ein strukturiertes Gitter offen. Der Mikrofon-Arm ist dagegen schlicht und ohne Polsterung ausgefallen.

Beim Tragen zeigt sich, dass die Ohrmuscheln die Ohren komplett umschließen und damit Umgebungsgeräusche schon von Haus aus gut dämpfen. Das Raster im Bügel sorgt zudem dafür, dass das Headset an alle möglichen Kopfformen und -größen angepasst werden kann. Während der Sitz der Ohrmuscheln komfortabel ausfällt, wirkt der Bügel und der Druck etwas hart am Kopf. Mit etwas Anpassungsspielerei findet sich ein gute Balance aus Druck und Komfort, ganz so weich wie bei manch anderen Headsets geht das Nutzen allerdings nicht über die Bühne.

Das steckt hinter den "Dual-Treibern"

Am Gehäuse beziehungsweise in den Ohrmuscheln finden sich die Bedienelemente des Headsets, die alle gut erreichbar und leicht bedienbar sind. Das Mikro wird mit einer Taste an der Außenfläche des linken Ohrhörers stumm geschaltet, die Lautstärke mit einem kleinen Einstellungsrad an der Unterseite justiert. Das Klinkenkabel mit solider Ummantelung führt ebenfalls in die linke Ohrmuschel. Einziges kleines Manko: Schön wäre ein nicht fix verbautes Kabel gewesen, das sich im Fall einer Beschädigung tauschen ließe. Das ist hier nicht der Fall, das Kabel ist fest im Kopfhörer verbaut.

Pluspunkte gibt es dagegen für die Kompatibilität: Das Headset funktioniert plattformübergreifend und kann für PlayStation und Xbox ebenso wie für Switch und PC verwendet werden. Eine Extra-Einrichtung braucht es dabei nicht, alles funktioniert "Plug & Play". Und was steckt nun hinter den "Dual-Treibern". Es handelt sich laut Turtle Beach um den "ersten 60-mm-Dual-Treiber, der mit eigenen Hoch- und Tieftönern eigens von AccuTune für akustische Präzision entwickelt wurde". Was das in der Praxis bedeutet, haben wir im nächsten Absatz bewertet.

Starker Sound ohne große Schwächen

Für den Preis von unter 100 Euro klingt das Recon 500 spitze. Der Sound ist klar und gut abgestimmt, Bass und Volumen können sich hören lassen. In höheren Lautstärken bleibt der Klang sauber und wird druckvoller, das gefällt ebenfalls. Nur bei (sehr) niedrigen Lautstärken zeigt sich ein etwas blecherner Klang, abseits davon werden aber Höhen, Mitten und Tiefen sehr gut kombiniert und der Träger bekommt eine detailreiche Wiedergabe. Je länger man das Headset trägt, umso positiver fällt der Eindruck aus: Shooter lassen ordentlich Wumms hören, Adventures alle Noten bei der Fantasy-Melodie. 

Auch wenn das Mikrofon keinen Pop-up-Aufsatz besitzt, kann auch dieses überzeugen: Gesprächspartner hörten uns selbst in etwas lauteren Haushaltsumgebungen jederzeit klar, Luftbewegungen sind aber dennoch hörbar, selbst Atemgeräusche. Für Alltags-Multiplayer-Partien wird das vollends reichen, wer allerdings Stream-Aufnahmen oder professionelle Matches plant, sollte diesen Punkt jedenfalls bedenken. Immerhin: Wer sich nicht nach einem komplett anderem Headset umsehen will, kann einen Mikro-Schutz auch einfach nachkaufen und am vorhandenen Mikro-Arm verwenden, das klappte zufriedenstellend.

Headset mit gutem Klang für Sparfüchse

Was das Turtle Beach Recon 500 beim Komfort etwas vermissen lässt, macht es in seiner Preisklasse mit dem Klang wieder mehr als wett. Das klassische Design zeigt eine gute Verarbeitung, nachhaltige Funktionen wie ein Tausch des integrierten Kabels sind allerdings nicht möglich – wenn auch in der Preisklasse nicht überraschend. Das Headset eignet sich außerdem gut für alle Kopfgrößen und selbst für Brillenträger, wirkt aber in der Gewöhnungsphase etwas starr und hart. Dennoch wurde ein Tragen über mehrere Stunden nicht zur Qual, es geht aber eindeutig weicher und sanfter.

Der Sound lässt dagegen besonders in höheren Lautstärken aufhorchen. Der Klang ist klar und kraftvoll, Umgebungsgeräusche werden durch das Design zusätzlich gut gedämpft. Wer auch beim Mikrofon eine gute Abschirmung haben will, sollte aber noch in einen Schutz für den Mikro-Arm investieren. Alles in allem schlägt sich das Turtle Beach Recon 500 allerdings für den Preis hervorragend und wird die große Masse an Gamern ohne spezielle Ansprüche sicherlich zufriedenstellen können.

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