Twitter möchte, dass du Links vor dem Teilen öffnest

59 Prozent aller Links, die über Social Media verbreitet werden, werden vor dem Teilen nicht angeklickt. Dagegen möchte Twitter nun vorgehen.

Twitter hat angekündigt, dass eine neue Funktion getestet wird, die Nutzer dabei unterstützen soll, Positives zur Diskussion über verschiedenste Themen beitragen zu können. Es handelt sich dabei um ein Pop-up-Fenster, das erscheint, wenn ein User einen News-Artikel oder einen Link retweeten möchte.

Darin wird der Twitterer aufgefordert, den Link, den er teilen möchte, zuerst zu öffnen und sich selbst über dessen Inhalt zu informieren, anstatt ihn einfach zu verteilen. "Einen Artikel zu teilen, kann Diskussionen darüber auslösen, daher möchtest du den Artikel vielleicht zuerst lesen, bevor du ihn tweetest", heißt es in der Nachricht. Bisher wird diese neue Funktion erst an Usern mit Android-Telefonen getestet.

Artikel werden eher geteilt als gelesen

"Es ist sehr einfach für Links oder Artikel, auf Twitter viral zu gehen", sagt Kayvon Beykpour, der Produktleiter bei Twitter, in einem Tweet. "Das kann wirkungsvoll sein, birgt aber auch Gefahren, speziell wenn die Menschen die Informationen, die sie verbreiten, selbst gar nicht gelesen haben."

Dies kann sinnvoll sein, wie eine Studie der Columbia University in New York zeigt. Laut deren Ergebnissen werden 59 Prozent aller Links, die auf Social Media geteilt werden, vor dem Verteilen nicht gelesen oder angeklickt. "Menschen sind gewillter, Artikel zu teilen, als sie zu lesen", heißt es in der Studie.

Eine von vielen Funktionen

Die neue Funktion ist nur eine von vielen Änderungen, die Twitter in den letzten Wochen vorgenommen hat, um die Verbreitung von Missinformation und Fake News einzudämmen. Im Mai hat das Unternehmen beispielsweise ein Feature vorgestellt, das es Nutzern erlaubt, zu entscheiden, wer auf ihre Tweets antworten darf und wer nicht.

Erst vor zwei Wochen hat Twitter außerdem erstmals einen Tweet des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump einem Faktencheck unterzogen und als "unbegründet" gekennzeichnet. Trump warf Twitter daraufhin vor, sich in die US-Präsidentschaftswahl vom November einmischen zu wollen und generell eine demokratische Verzerrung aufzuweisen. Mittels einer Verfügung kündigte er schließlich an, die sozialen Medien stärker regulieren zu wollen.

Wann die neue Twitter-Funktion für alle Nutzer verfügbar sein wird, ist noch unklar. Zuerst einmal wird sich zeigen müssen, ob ein solches Pop-up-Fenster tatsächlich einen Einfluss darauf haben kann, ob Nutzer reflektierter mit den Inhalten umgehen, die sie ansonsten gedankenlos geteilt hätten.

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