U-Hof-Inferno richtet 7 Mil.  Schaden an!

Feuerwehrchef meldet nach bitteren 22 Stunden: Flammen gelöscht!. Kleines Wunder: Niemand verletzt, sämtliche Landes-Schätze gerettet

Linz, einen Tag nach der großen Brandkatastrophe! Ein Viertel des Landeskulturzentrums Ursulinenhof ist völlig zerstört. Und erst Stunden nach Ausbruch des Brandes wird Donnerstagvormittag allmählich klar, welchen verheerenden Schaden die meterhohen Flammen angerichtet haben. Im obersten Stockwerk des historischen Gebäudes an der Linzer Landstraße liegt kniehoch der Schutt. Vom völlig zerstörten Veranstaltungssaal sieht man durch große Löcher direkt ins Freie. Die darunter liegenden Stockwerke sind ebenfalls schwer beschädigt. Beißender, schwarzer Rauch und das Löschwasser haben Böden, Decken und sämtliche Möbel zerstört.

Die Berufsfeuerwehrmänner sind auch am Nachmittag noch immer im Stress. Unter ihren Atemschutzgeräten müssen sie wegen der enormen Hitze große Qualen ausstehen. Sie sind schwarz im Gesicht, trinken literweise Wasser, um die Arbeit zu überstehen. Immer wieder flackern die Flammen auf. Das Gebälk und das Dach werden weiter zerschnitten. Nur so können sie zu den aufflammenden Brandherden vorrücken und die letzten Reste des Millionen-Feuers löschen.

Seit am Mittwoch um 16.18 Uhr von Augenzeugen und eine Minuten später auch durch die Brandmelde-Anlage der Alarm ausgelöst wurde, sind über das U-Hof-Viertel zwei Millionen Liter Löschwasser niedergeprasselt. Der massive Einsatz der engagierten Helfer unter dem Kommando der Offiziere Siegfried Brandstetter, Andreas Koch und Klaus Thallinger konnte eine noch größere Katastrophe verhindern. Der gesamte Südtrakt war aber nicht mehr zu retten.

Wie hoch der Schaden Landes-Kulturzentrum ist, kann vorerst nur geschätzt werden. Experten sprechen aber von sieben Millionen Euro. Seit Donnerstagfrüh tagt auch ein Krisenstab. Immerhin sollen vor allem im Kulturhauptstadtjahr Hunderte Veranstaltungen im U-Hof stattfinden. Daraus wird in naher Zukunft allerdings mit Sicherheit nichts werden: Bis Mitte Juni soll die Brandruine vorerst einmal abgetragen werden. Ab dem Sommer soll das Zentrum mitten in der Stadt renoviert werden - genau so wie bis zuletzt: Das Land OÖ hat seit 2000 fünf Millionen Euro in die Restaurierung investiert

Arbeiter löste Großbrand aus: Jetzt macht er sich Vorwürfe!

Donnerstagvormittag stellten sich die Verantwortlichen des Landes Oberösterreich der Öffentlichkeit. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) war der Schrecken auch am Tag danach noch ins Gesicht geschrieben. Er sagt: Für uns ist das wirklich eine große Katastrophe. Aber durch die effiziente Arbeit aller Einsatzkräfte ist aus einer großen Katastrophe zum Glück nicht eine sehr große geworden. Wie es mit dem Kulturzentrum, das sich im Besitz des Landes befindet, weitergeht, werden die nächsten Tage zeigen. 20 Arbeitsplätze sind nicht benutzbar. Die Mitarbeiter brauchen aber nicht um ihre Jobs fürchten. Wir werden sie woanders unterbringen, sagt der Landeshauptmann.

Betroffen ist auch das Pressezentrum des Landes. Für die kommenden Monate wird nach einem Ersatzort gesucht. Ins Wasser fällt zudem auch die Eröffnung des aufwändig renovierten Lokals (das frühere Papa Joes) im Hof der Kultureinrichtung. Wie es jetzt weitergeht, kann Geschäftsführer Christoph Cerny noch nicht sagen. Große Vorwürfe macht sich allerdings jener Arbeiter, der das Flammen-Inferno indirekt verursacht hat. Wie von Heute berichtet, hatte der junge Mann bei genehmigten Bauarbeiten mit einer Flex in ein Metallrohr geschnitten. Dabei wurden Funken durch die Abluftanlage in den Dachboden geschleudert. Das mit Staub belegte Rohr fing sofort Feuer - und binnen weniger Minuten stand der Ursulinen-Hof in Flammen!

Robert Loy

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