Im Herbst 2018 hat die Regierung eine härtere Gangart gegen Schulschwänzer umgesetzt. So werden Schulschwänzer, die mehr als drei Tage unentschuldigt vom Unterricht fernbleiben, angezeigt. Ebenso gibt es für die Eltern oder Erziehungsberechtigten eine Geldstrafe. Aber: Der "Erfolg" der Maßnahme scheint sich in Grenzen zu halten.
Alleine in der Bundeshauptstadt wurden in den fünf Monaten von Oktober 2018 bis Februar 2019 laut "ORF" 782 Schüler für das Schwänzen angezeigt. Das Gesetz hält aber kaum einen Schüler vom Schwänzen ab: Mit dem von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) initiierten Gesetz gibt es, laut Wien Bildungsdirektor Heinrich Himmer (SPÖ), "ungefähr die gleich hohen Zahlen wie bisher", bei den Schwänzern.
In diesen Bezirken wird geschwänzt
Was die bisherige Statistik auch zeigt: Wo am meisten Schüler schwänzen. Hier führen die Bezirke Leopoldstadt und Brigittenau mit je 117 Anzeigen, dann kommt der Bezirk Favoriten mit 93 Anzeigen und in den Bezirken Margareten und Wieden gab es je 92 Anzeigen. Die Geldstrafen beginnen dabei bei 110 Euro und reichen bis zu 440 Euro.
Faßmann attestiert, dass die Anzeigen zeigen würden, dass Schuleschwänzen ein ernst zu nehmendes Thema sei. Er sei überzeugt, dass Schulleiter bei Anzeigen "angemessen und nicht überschießend reagieren". Ein Überdenken fordert dagegen Himmer, "weil die Geldstrafe alleine ist offenbar nicht Abschreckung genug." Es müsse untersucht werden, in welchen Schularten das Schwänzen auftrete – und warum. (rfi)