Österreich

Überdosis Schmerzmittel: Kirstin (23) starb im Spital

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:00

Kirstin Rehberger war bildhübsch, beliebt und gerade mit dem Studium der Betriebwirtschaft fertig. Vor ihrem ersten Job ließ sie sich die schmerzenden Senkfüße operieren. 24 Stunden später war sie tot.

Für diese Spitals-Tragödie gibt es kaum Vergleiche: Organisch kerngesund war Kirstin Rehberger (23) ins Wiener Krankenhaus "Göttlicher Heiland" gekommen. Die junge Frau wollte nach ihrem BWL-Studium fit fürs Berufsleben sein und deshalb ihre schmerzenden Senkfüße korrigieren lassen. Der Routine-Eingriff verlief ohne Komplikationen. Aber Stunden später war Kirstin tot.

Ursache laut Gutachten: Nach der OP bekam die Patientin Schmerzmittel vom Operateur - und noch weitere von einem Turnusarzt, weil sich die beiden nicht abgesprochen hatten. Resultat der Überdosierung: Herzstillstand. Vier Jahre brauchte die Justiz für die Anklage. Heute stehen die beiden Ärzte in Wien wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht (bis zu drei Jahre Haft).

Aber auch dem Spital drohen bis zu 500.000 Euro Geldbuße, weil die Sachverständige Prof. Sylvia Fitzal "Mängel in der Organisation" (sprich: Schlamperei) beanstanden wird. Kirstins gebrochene Eltern schlossen sich dem Verfahren an (Anwalt Sebastian Lesigang). Es geht ihnen nicht um Geld: "Wir wollen nur, dass so ein fataler Fehler nie wieder passiert."

Wolfgang Höllrigl

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