Nach intensiven Ermittlungen konnten Beamte des Landeskriminalamtes Wien den Raubüberfall auf einen Geldtransporter in Wien-Brigittenau vom 8. August klären und einen Tatverdächtigen festnehmen. Sein Komplize hat sich in die Türkei abgesetzt.
in Wien-Brigittenau vom 8. August klären und einen Tatverdächtigen festnehmen. Sein Komplize hat sich in die Türkei abgesetzt - gegen ihn liegt ein internationaler Haftbefehl vor.
Der 37-jährige Fahrer des Transporters ließ sich laut seinen Aussagen von einem Freund Yunus K. überreden, den fingierten Überfall durchzuziehen. Also schulte er ihn ein und ließ sich am 8. August von seinem Freund zum Schein fesseln und knebeln. Dieser setzte die Tour dann statt ihm fort. Dafür fuhr der Tatverdächtige mehrere Kunden an und führte die üblichen Tätigkeiten, wie Zustellungen von Belegen oder die Entgegennahmen von Geldern, durch.
Es ging darum, sich einen zweiten Schlüssel für die Geldkoffer zu besorgen. Nachdem der Verdächtige den fünften Supermarkt angefahren hatte, konnte er die Koffer öffnen, ohne Alarm auszulösen und das Geld entnehmen.
Nachdem sich Yunus K. die Beute aneignete, stellte er das Fahrzeug mit dem "Überfallenen" in Wien-Landstraße ab, von wo der 37-Jährige schließlich auch "befreit" wurde.
Komplize setzte sich in Türkei ab
Bei dem Komplizen des Fahrers dürfte es sich allerdings um einen Ex-Freund handeln. Der 34-jährige Verdächtige dachte nämlich nicht ans Teilen und setzte sich wenige Stunden nach dem vorgeblichen Überfall mit der gesamten Beute - etwa eine halbe Million Euro - in die Türkei ab.
Nach ihm wird mit einem internationalen Haftbefehl gefahndet. Der Chauffeur des Geldtransporters sitzt unterdessen in Haft. Er zeigte sich geständig.
"Ich mach mir ein schönes Leben"
Detail am Rande: Bei der Einvernahme des Chauffeurs meldete sich sein Partner auf seinem Handy. Die eindringliche Aufforderung der Ermittler, mit der Beute nach Österreich zurückzukommen, beantwortete er sinngemäß so: "Ihr könnt mich gern haben, ich mach' mir mit dem Geld in der Türkei ein schönes Leben."
Die Polizei hatte eine Ergreiferprämie von 2.500 Euro auf den Täter ausgesetzt. Der Unbekannte hatte nicht nur Geld geraubt, sondern nahm dem 36-jährigen Opfer auch sein Oberteil der Post-Uniform ab, das er sich dann selbst überzog.