Österreich

Überfall auf Justizopfer

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:36

Zu Unrecht verhaftet, wegen Mordes verurteilt, nach 2865 Tagen enthaftet - und jetzt fast tot geprügelt! Täter schlugen Montagfrüh das bekannteste Justizopfer Österreichs brutal nieder. Der Gmundner Peter Haidegger (35) sollte dafür büßen, dass er einem anderen die Freundin ausgespannt hat - oder steckt doch mehr dahinter?

Tatsache ist, dass Montag um 3.15 Uhr Früh fünf Männer mit Sturmmasken in Haideggers Haus in Steyrermühl standen. Sie schrien wild herum, haben zuerst meinen Bekannten aufgeweckt, schilderte der Hausbesitzer der Polizei. Dann hätten sie ihn gefunden und wild auf ihn eingeprügelt. Mit Händen, Füßen und einer Stahlrute, gab das geschockte Opfer später an. Zusätzlich demolierten sie noch den Fernseher, mehrere Glasscheiben - und: Sie zerstachen auch die Reifen eines vor dem Haus geparkten Pick-ups und eines Traktors. Für die Ermittler war sofort klar: Das war eine Racheaktion! Nur: Hat sie mit der Tat zu tun, für die Peter Haidegger acht Jahre lang unschuldig in Haft saß? Eher nicht, glauben die Gmundner Ermittler. Viel wahrscheinlicher gehe es um eine Frau, die er einem Bekannten ausgespannt haben soll.

Haidegger erlangte in den vergangenen Jahren traurige Berühmtheit, weil ihn Salzburger Kriminalisten fälschlicherweise des Mordes an der Taxilenkerin Claudia Deubler bezichtigen. Die Ermittler fälschten Beweise, der Gmundner wurde 1994 zu 20 Jahren Haft verurteilt. Erst nach 2865 Tagen war er wieder frei. 2007 - 13 Jahre nach der Bluttat - saßen die richtigen Täter vor Gericht!Robert Loy

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