Über 80.000 Stimmen fordern "Fiaker raus aus der City"

Eva Rosenberg und Veronika Weissenböck von Vier Pfoten übergeben die Unterschriften an Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).
Eva Rosenberg und Veronika Weissenböck von Vier Pfoten übergeben die Unterschriften an Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).Vier Pfoten
Seit Jahren klagen Tierschützer über die Bedingungen für Fiakerpferde. Nun übergab Vier Pfoten 83.822 Unterschriften an Wiens Tierschutzstadtrat.

Über 80.000 Unterschriften hat die Tierschutzorganisation Vier Pfoten mit einer Petition für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für Fiakerpferde in Wien in den letzten Jahren gesammelt. Gestern übergaben Vertreter der Organisationen diese im Wiener Rathaus an Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ). Das wichtigste Anliegen von Vier Pfoten bleibt, Fiakerfahrten aus der Innenstadt zu verbannen und ausschließlich in Grünanlagen zu gestatten.

Tradition auf dem Rücken der Tiere als "Schande"

"Über 80.000 Unterschriften sind ein beeindruckendes Signal und ein echter Erfolg für unsere Kampagne! Wir hoffen, dass die Stadt Wien nun endlich reagiert. Die Wiener Innenstadt ist keine geeignete Umgebung für Pferde, die äußerst sensible Fluchttiere sind. Dieser Meinung sind immer mehr Österreicherinnen und Österreicher. Es ist eine Schande, dass eine Weltstadt noch immer auf Traditionen setzt, die auf dem Rücken der Tiere ausgetragen werden", erklärt Vier Pfoten-Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.

Immer wieder würden schwere Unfälle mit Fiakern auf Wiens Straßen passieren, bei denen Tier und Mensch zu Schaden kommen. Auch die Liste der Gefahren und Stressfaktoren für Pferde sei lang: Lärm, hektischer Innenstadtverkehr, harter, aufgeheizter Asphalt und mangelnder Zugang zu Heu sind ohnehin tägliche Zumutungen für die Tiere. Weissenböck nimmt die Politik in die Pflicht: "Im Regierungsübereinkommen von SPÖ und NEOS steht klar, dass Alternativen für Fiaker geprüft werden sollen. Diesem Versprechen muss die Stadtregierung jetzt auch Taten folgen lassen. Sisis Zeiten sind schließlich schon lange vorbei. Andere Städte wie Rom und Berlin haben die Fiaker bereits aus der Innenstadt in die Grünanlagen verlegt, Montreal und Barcelona haben sie sogar komplett verboten".

Neue Initiative ermöglicht Protest-Email an Stadtchef Ludwig

Die Tierschutzorganisation will bei dem Thema keinesfalls lockerlassen. "Im 21. Jahrhundert sollte eines selbstverständlich sein: Nicht Tiere sollten sich an die Bedingungen anpassen müssen, sondern die Bedingungen an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden", betont Weissenböck.

Um diese Position zu stärken, sucht Vier Pfoten nach weiterer Unterstützung. So ist es ab sofort möglich, auf der Vier Pfoten-Website ein Protest-Email an Wiens Bürgermeister Michael Ludwig abzuschicken. Mehr Infos dazu findest Du hier.

Auf "Heute"-Anfrage heißt es aus dem Büro von Tierschutzstadtrat Czernohorszky: "Es gab bereits einen Austausch zwischen Tierschutzminister Mückstein und Tierschutzstadtrat Czernohorszky. Es wird nun gemeinsam mit Expertinnen und Experten an Handlungsmöglichkeiten auf Landes- und Bundesebene gearbeitet. Die Petition von Vier Pfoten ist ein ernstzunehmender Beitrag und wird ebenso in die Gesprächen einfließen."

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