Wien

Übergriffe an Schule: Wiener von Behörden enttäuscht

Ein Wiener musste nach Übergriffen an der Schule seine Fußball-Karriere beenden. Der Mann fühlte sich von den Behörden nicht ernst genommen. 
Thomas Peterthalner
18.10.2022, 18:03
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Ein ehemaliger Schüler des Verdächtigen erhebt nun Vorwürfe gegen die Ermittler. Er habe sich bereits 2019 an die Polizei gewandt, um Anzeige zu erstatten. Damals sei er aber "weggeschickt" worden, so der Wiener zur APA. Die Polizei habe ihm gesagt, das "bringe nichts". Man könne einen Toten nicht anzeigen. Schon damals habe es Hinweise auf einem Mittäter des verdächtigen Pädagogen gegeben. Diesen sei man aber nicht nachgegangen. In die Untersuchungskommission der Bildungsdirektion habe der Betroffene wenig Vertrauen. Der Wiener schilderte der Kommission bereits seine Erlebnisse. Er habe dabei den Eindruck bekommen, es handle sich um eine "interne Revision". 

Übergriffe im Turnsaal 

Der ehemalige Schüler wurde von dem Lehrer in der Mittelschule in Wien-Leopoldstadt in Sport, Biologie und Physik unterrichtet. Der Pädagoge soll seinen Schützling dann bei einer Lesenacht im Turnsaal der Schule missbraucht haben. Der Lehrer habe auch immer wieder Wutausbrüche in der Klasse gehabt – andere Lehrer hätten da aber weggeschaut. Im Biologie-Unterricht habe der Verdächtige über sexuelle Praktiken und über Pornos gesprochen. In Fotoalben sammelte der Lehrer angeblich Fotos von spärlich bekleideten Buben.

Traum von Fußball-Karriere vorbei

Das Opfer war ein talentierter Fußballer, hatte schon in der Mittelschule einen Kooperationsvertrag mit FK Austria Wien in der Tasche, trainierte laut APA bereits mit Profis. Auch einen Vertrag mit einem Erstliga-Verein gab es. Trotzdem wurde nichts aus der Karriere. "Ich habe meine Fußballerkarriere aufgrund der psychischen Belastung beenden müssen", so der Wiener zur APA. Der junge Mann brach erst nach dem Tod des Verdächtigen sein Schweigen. Der beschuldigte Sportlehrer hatte sich nach einer Hausdurchsuchung im Rahmen der Missbrauchs-Ermittlungen 2019 das Leben genommen.

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